Home
Die Fanprojekte
Fan-Abteilungen, Fanbeauftragte und Fanprojekte – eine Begriffsklärung In den meisten Profi-Klubs gibt es inzwischen Fan-Abteilungen. Entstanden sind sie, um die Unterstützung der Mannschaft zu verbessern und um Faninteressen zu vertreten. Nicht selten sind Vertreter der Fan-Abteilungen auch im Verwaltungsrat eines Vereins vertreten und können, so weit ihre Stimme Gehör findet, aktiv die Vereinspolitik mitbestimmen.
Stellvertretend sei hier der Supporters Club des Hamburger Sportvereins Sportvereins genannt. Dieser wurde 1993 gegründet und hat inzwischen mehr als 30.000 Mitglieder.
Seit 1993 müssen Klubs der 1. Bundesliga und der 2. Liga einen Fan-Beauftragten berufen, der die Fanarbeit der Vereine koordiniert. Auch die Vereine der dritten Liga müssen einen Fanbeauftragten benennen, der aber meistens ehrenamtlich tätig ist. Seit der Saison 2011/2012 gehört es zu den Lizenzbedingungen, dass Fanbeauftragte bei Vereinen der ersten und zweiten Liga hauptamtlichen tätig ist.
Egal ob eine Auswärtsfahrt organisiert werden muss, Fans ihren Ärger mitteilen wollen oder ein Fanklub, sich einen Spieler bei seiner Weihnachtsfeier wünscht – der Fanbeauftragte hat einen umfassenden Job als Vermittler zwischen Fans und Verein. Bei Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft kümmern sich die Fanbeauftragten hauptsächlich um die organisierte Anreise und die Betreuung der Reisegruppe vor Ort.
Die Fanbeauftragten werden durch einen gewähltes siebenköpfigen Sprecherrat vertreten.
Siehe auch: www.die-fanbeauftragten.de
Unabhängig von den Vereinen sind in den letzten 25 Jahren viele Fanprojekte entstanden. Finanziert wird die sozialpädagogische Arbeit der Fanprojekte durch die Kommunen, Bundesländer,den DFB und die DFL.
Hauptaufgabengebiete der Fanprojekte sind die Förderung einer positiven Fankultur, Gewaltprävention, Hilfe für jugendliche Fans in Problemlagen und das Herstellen von Kommunikation zwischen den verschiedenen am Fußball beteiligten Parteien (u.a. Verein, Polizei, Politik, Ordnungsdienste, Fans).
Die Fanprojekte sind in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) organisiert. Dieser stehen zwei Sprecher vor, die sich regelmäßig im geschäftsführenden Ausschuss mit den Sprechern der vier Regionalverbünde (Nord, West, Süd und Ost) und der KOS zu den aktuellen Themen und Aktivitäten abstimmen.
Siehe auch: www.bag-fanprojekte.de
Die Arbeit der inzwischen 46 bzw. 50 Fanprojekte regelt das NKSS (Nationales Konzept Sport und Sicherheit). Koordiniert und begleitet werden die Projekte in der ersten bis inzwischen fünften Liga von der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) bei der Deutschen Sportjugend (dsj). Die Arbeit der KOS wird durch Gelder des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und des DFB ermöglicht.
Die KOS organisiert seit 2010 im Auftrag des KOS-Beirates und der dadurch beauftragten Arbeitsgruppe Qualitätssicherung auch die Überprüfung und Vergabe des Qualitätssiegels für „Fanprojekte nach dem Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit“.
Ansonsten ist sie die Schnittstelle für alle Fragen rund um die Fankultur, in beratender Funktion für Politik, Presse und Polizei wie auch alle anderen Interessierten.
Seit 1990 unterstützt der DFB die Arbeit der Fan-Projekte bei internationalen Großveranstaltungen. Insbesondere die Fanbotschaften sind aus der internationalen Zusammenarbeit entstanden. Seit der Europameisterschaft in England 1996 ist die Bedeutung der Fan-Arbeit auch bei anderen Fußball-Verbänden anerkannt.
In Deutschland war die KOS von Beginn an in die WM-Bewerbung des DFB für 2006 eingebunden. Gemeinsam mit dem Organisationskomitee wurde das ambitionierte Fan- und Besucherbetreuungsprogramm entwickelt. Gemeinsam mit Fanbeauftragten wie Fanprojektmitarbeiter sowie 800 Volunteers organisierte die KOS in den zwölf WM-Städten u.a. die zentralen Fanbotschaften, Anlaufstellen tausende Fußballfans aus der ganzen Welt.
Für die Euro 2008 finanzierte der DFB in der Hauptsache wiederholt ein deutsches 12-köpfiges Fanbetreuungsteam, welches unter der Leitung der KOS steht. Ein Team mit Fanbeauftragten wurde durch den Leiter der Fananlaufstelle des DFB, Gerald von Gorrissen, koordiniert.
Bei der WM 2010 in Südafrika hatte die KOS ein auf die veränderten Bedingungen zugeschnittenes Fanbetreuungspaket geschnürt, u.a. mit dem viel beachteten „Helmut“, dem Fanmagazin zu jedem Spiel der deutschen Mannschaft – vor Ort produziert.
Siehe auch: www.fanguide-wm2010.de
Ähnlich ambitioniert wird für die EM 2012 in Polen und der Ukraine geplant. Diese Maßnahme auch zusammen mit Football Supporters Europe (FSE), die durch die UEFA für ihr Fan-Embassies-Programm gefördert werden.
© 2009 Koordinationsstelle Fanprojekte | Impressum