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Hannover (1985)

Das Fanprojekt Hannover besteht bereits seit April 1985 und ist als Einrichtung in Trägerschaft der Stadt Hannover intensiv in die kommunale Jugendarbeit eingebunden. In enger Kooperation mit der Universität in Hannover hat sich das Fanprojekt einen hohen Stellenwert als innovative Jugendhilfeeinrichtung erarbeitet. Als Seismograf für Veränderungen und Entwicklungen in der Fanszene stellt das Fanprojekt mit seiner jahrelangen Erfahrung einen wichtigen Ansprechpartner für alle am Fußball beteiligten Institutionen dar.

Wie in fast allen Städten Deutschlands mit relevanten Fanszenen gibt es auch in Hannover seit Ende der 1990er-Jahre eine junge Ultra-Fanszene, die mit ihrem leidenschaftlichen Engagement und ihren kreativen Choreografien die Fankurve im Stadion dominiert. Hier werden aber auch, wie in der gesamten Fanszene, zum Teil negative Tendenzen sichtbar. Aufgrund dieser Entwicklung hat das Fanprojekt Hannover u. a. ein U18-Konzept entwickelt, das zum Ziel hat, das Gewaltpotenzial im Fanumfeld von Hannover 96 auf lange Sicht zu verringern und junge Fans gegen den Einfluss rassistischen, fremdenfeindlichen und extremistischen Gedankenguts zu „immunisieren“.

Als Reaktion auf den immer größer werdenden Zulauf von Mädchen und Frauen im Stadion macht das Fanprojekt Hannover seit einigen Jahren spezielle Angebote für weibliche Fans. Zu beobachten ist dabei jedoch immer wieder, dass die weiblichen Fans diese Angebote zwar gern annehmen, aber nicht von den männlichen Fans abgeschottet werden wollen. Dies wird auch durch die rege Teilnahme vieler Mädchen und Frauen an den U18-Auswärtsfahrten belegt.

Die Angebote des Fanprojekts sind sehr vielfältig. So werden neben den kontinuierlichen Spielbegleitungen und Fanabenden auch sportliche (Fanliga, Lauftreffs und Fußballtraining für Mädchen und junge Frauen), kulturelle (Unterstützung des Fanradios, Besuch von Ausstellungen) oder bildungsorientierte Angebote (etwa im Bereich neuer Medien) durchgeführt sowie individuelle Einzelfallhilfe angeboten. Im Rahmen von städtischen Netzwerken werden regelmäßig Projekte für Jugendliche zu den Themen Rassismus, Gewalt und Sucht angeboten. Die Kooperation mit anderen kommunalen, sportverbandlichen und freien Trägern wie auch den Sicherheitsbehörden führte zu einer engen, vertrauensvollen Verzahnung im Sinne der jugendlichen Zielgruppen. Schwerpunktmäßig führt das Fanprojekt gemeinsam mit dem Jugendschutz der Stadt Hannover regelmäßige Aktionen zur Suchtprävention an Schulen durch und unterstützt zudem den Jugendschutz bei der Begleitung eines alkoholfreien Wagens in den Entlastungszügen bei Auswärtsspielen von Hannover 96.

In einer interdisziplinären Arbeitsgruppe mit allen am Fußball beteiligten Institutionen wird gemeinsam gegen rechte Tendenzen in der Fanszene vorgegangen. So werden Angebote gemacht mit dem Ziel, die demokratischen Kräfte in der Fanszene zu fördern und zu stärken. Ein Beispiel ist die Gründung des Arbeitskreises 96-Fans gegen Rassismus, der im Oktober 2004 aus der Fanszene heraus entstand und vom Fanprojekt begleitet wird. Dieser Arbeitskreis führte mit Infoveranstaltungen im Stadion, T-Shirts und Schals gegen Rassismus, einer fest installierten Bande im Stadion mit der Aufschrift „96-Fans gegen Rassismus“, einer Choreografie und Rockkonzerten gegen Rassismus eine Reihe bemerkenswerter Aktionen durch. Der Arbeitskreis 96-Fans gegen Rassismus wurde 2009 für sein Engagement als einer von drei Preisträgern mit dem Julius-Hirsch-Preis des DFB ausgezeichnet.

Fanprojekt Hannover

Tanja Behrends, Michael Anolke

Herrenstr. 11
30159 Hannover

Tel 0511 442296
Fax
0511 441147

E-Mail Fanprojekt-Hannover(at)t-online.de
Homepage
www.fanprojekt-hannover.de

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