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Die Fanprojekte Die Fan-Vermittlungsstelle Nürnberg – so die damalige Gründungsbezeichnung – stellte bei ihrer Einrichtung vor 23 Jahren ein Novum dar. Hier wurde der besondere Vorteil eines Mitarbeiters, der selbst aus der Szene kommt, erkannt und auf sozialpädagogische Qualifikation in den Anfangsjahren erst in einem zweiten Schritt Wert gelegt. Verbunden mit diesem Start war die Erwartung, dass sich das Fanprojekt im Laufe der Zeit inhaltlich wie auch personell eine Stellung im institutionellen Netz rund um den Fußball erarbeitet, die der Bedeutung des Vereins 1. FC Nürnberg und seiner großen und bundesweit einflussreichen Fanszene gerecht wird.
Dieser Wunsch ging leider nur teilweise in Erfüllung. Die Richtschnur eines Modellprojekts nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit wird bezogen auf Etat und Personalstand noch immer bei Weitem nicht erreicht. Jedoch ist es in Nürnberg, vorrangig durch die engagierte und kontinuierliche Arbeit von Heino Hassler, gelungen, vorhandene Zugänge in die unterschiedlichen Szenen in einen Gesamtzusammenhang zu stellen und zu einer ausdifferenzierten Vorgehensweise aller Institutionen im Sinne der betroffenen Fans zu gelangen. Dies ist umso anerkennenswerter, da sich Heino Hassler und seine ebenso engagierten Kolleginnen, Katja Erlspeck-Tröger und Nicola Nemeth – beide seit 2010 beim Fanprojekt – zusammen nur 1,7 Planstellen teilen.
So ist das Fanprojekt trotz finanzieller Widrigkeiten stets Garant einer kontinuierlichen Beziehungs- und Kommunikationsarbeit mit den relevanten Fangruppen mit der hierzu zählenden Einzelhilfe, Beratungsangeboten, Vermittlungsgesprächen und sozialer Gruppenarbeit gewesen. Auch in Nürnberg stehen seit Jahren die Ultras verstärkt im Blickpunkt, was sich auch auf die Arbeit des Fanprojekts ausgewirkt hat. Daneben hat das Fanprojekt über strukturelle Initiativen in Richtung 1. FC Nürnberg den unzähligen Fanklubs zu einer angemessenen Betreuung verholfen und arbeitet mit den beiden Fanbeauftragten des „Clubs“ partnerschaftlich eng zusammen. Hervorzuheben ist auch der zuverlässige Kontakt zu Jugendamt und Polizei, durch den eine seit Jahren bewährte Sicherheitspartnerschaft aufgebaut werden konnte, von der alle Seiten profitieren. Das Fanprojekt führt in Kooperation mit dem Jugendamt, dem Sportservice der Stadt Nürnberg, dem Kreisjugendring, dem Bayerischen Landessportverband, der evangelischen Sportjugend und dem Programm Integration durch Sport jährlich einen Streetsoccer-Cup durch, an dem mehr als 1300 Kinder und Jugendliche teilnehmen. Im Februar 2011 bezog das Fanprojekt zusammen mit der Rot-Schwarzen-Hilfe (RSH) einen Container in der Nordkurve des Nürnberger Stadions als Anlaufstelle für die Fanszene. Seit April 2011 bietet das Fanprojekt in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und dem 1. FC Nürnberg regelmäßig Mitternachtssport für Jugendliche bis 21 Jahre an.
Das Nürnberger Fanprojekt ist eine höchst lohnenswerte jugendpolitische Investition, die weiterer personeller und finanzieller Aufstockung bedarf. Vergessen sollte man dabei nicht, dass der 1. FC Nürnberg bundesweit eine der größten Fanszenen anzieht. Hier sollten im Interesse einer adäquaten gewaltpräventiven Fanarbeit sicherlich größere Anstrengungen von städtischer Jugendhilfe und Landesregierung unternommen werden.
Heino Hassler, Katja Erlspeck-Tröger, Nicola Nemeth
Frauentorgraben 73
90443 Nürnberg
Tel 0911 2022790
Fax 0911 2022777
E-Mail fanprojekt-nuernberg@xit-online.de
Homepage www.fanprojekt-nuernberg.de
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