Fußballfans – Mehr als nur ein Sicherheitsproblem

Text von Klose/Schneider, erschienen im Handbuch aufsuchende Jugendarbeit, 1995

Aufsuchende Jugendsozialarbeit mit Fußballfans

Fußballfans, sie geraten immer häufiger in die Schlagzeilen und sind nicht nur einer sportinteressierten Öffentlichkeit bestens bekannt. An ihnen scheiden sich die Geister, sie bringen die Gemüter in Wallung. Fans - da sind viel Empfindlichkeiten und Leidenschaften im Spiel, auch in der Diskussion über sie.
Beigetragen hierzu haben nicht nur die bekanntermaßen, insbesondere in der Boulevardpresse nachzulesenden “Reißer”, sondern auch inzwischen in der Öffentlichkeit diskutierte Äußerungsformen, die auf Nähe zu ausländerfeindlichen und rechtsextremistischen Orientierungen schließen lassen.
Das sich dabei herauskristallisierende Bild von Fußballfans (gleich potentiell gewalttätig und zumindest rechtsorientiert) ist deutlich, das persönliche Meinungsbild entsprechend vorgeformt.
Nur die leise Vorstellung davon, wie groß doch die Zahl derer ist, die sich zum Kreis der Fußballfans zählen bzw. mit ihnen sympathisieren und die Vorstellung, was etliche an Zeit und Geld in ihr Fan-Dasein investieren, läßt erahnen, daß es weder mit vorschnellen Urteilen noch mit einem schnellen Abhaken dieser zumeist ungeliebten Jugendkultur getan ist.

Ressourcen des Fußballs

Fußball - zumeist von den Fans (ehemals) aktiv betrieben - ist für viele, darunter auch die sogenannten Hooligans, dominierender Lebensinhalt. Die eigene Biographie hangelt sich womöglich daran entlang: An der Hand des Vaters zum ersten Mal ins Stadion, der Treffpunkt im Viertel zum Fußball spielen, die Versuche zum Zusammenstellen einer Clique, später dann die Reisen in andere Bezirke und Städte und Länder - und alles im Zusammenhang mit Fußball.
Fußballfan-Dasein, das ist für viele männliche Jugendliche immer verbunden mit Spannung und Erregung, Möglichkeiten der Identifikation und Vergemeinschaftungsprozesse sowie letztlich einer selbstgestifteten Einheit von Ort, Zeit und Gruppe.
Zumindest der Samstag/Sonntag gehört dem Fußball. Und das Interesse an diesem Tagen gilt abwechselnd der eigenen Elf, dem heimischen Stadion, dem gegnerischen Anhang oder der Auswärtsfahrt. Das Feld ist dabei bereitet für mannigfaltige Nutzung nach eigenem Gusto, d.h. für Gruppenfindungsprozesse und Mutproben, für maskuline Selbstbehauptungsformen und Körpererfahrungen, für Probehandlungen hinsichtlich der Originalität neuerdachter Späße und gezielter Selbstdarstellungen mit Showcharakter.
Nicht konsumtiv wird dabei am Geschehen teilgenommen, nicht medientechnisch mit dem Spiel umgegangen und nach Torerfolgen die Zeitlupe verlangt. Stattdessen wird bewußt parteilich mitgegangen, regelrecht mitgespielt, gefiebert und geflucht, gestoßen und getrunken, gewitzelt, bewußt die Grenzen des Anstößigen überschritten und Wildfremden in die Arme gefallen. Wie Ausbrüche des Lebens mutet es an, wie Grenzüberschreitungen, schlußendlich die Befriedigung lebenspraktischer Bedürfnisse, die in der Form selten an anderer Stelle geduldet werden.
Angesichts der Enge heimischer Wohnungen, das Fehlen “besetzbarer” Räume in der Großstadt, dem Mangel an Lokalorientierung und Zugehörigkeit, treibt es viele Heranwachsende auf innerstädtische Wanderschaft und die Suche nach (risikobehafteten) Wirklichkeiten, die sich gemäß der eigenen Fähigkeiten erkennbar beeinflussen und bewegen lassen.
Das Spektakel um Begegnungen der Fußball-Bundesliga, das Stadion, die Atmosphäre und die sozial-räumliche Umgebung dieses Ortes scheint in diesem Kontext einer der letzten wenigen großstädtischen Felder, die hierfür Möglichkeiten bereithalten.

Eskalation der Auseinandersetzungen

Die eben beschriebenen Potentiale und Suchbewegungen in der öffentlichen Wahrnehmung auf gewalttätiges Handeln zu reduzieren, ist mehr als fahrlässig und benimmt sich der Möglichkeit nach einem Verstehen der Fan-Kultur.
Dennoch: unübersehbar ist eine Eskalation in den Konflikten und Auseinandersetzungen zwischen jugendlichen Fans, weniger quantitativ als vielmehr qualitativ. Beobachtbar sind diese Entwicklungen schon seit einigen Jahren - gewissermaßen spiegelbildlich zu allgemeinen gesellschaftlichen Phänomenen (Stichwort Vereinzelung, Ausgrenzung, Ellbogen-Mentalität). Gruppenzusammenhänge und damit gegenseitige Verantwortlichkeiten verlieren an Stabilität. Der klassische “Kuttenfan”, der Fan-Club verliert sich im Bild der Fan-Kurve. Es herrscht große Fluktuation und vielfältige Abgrenzungen bis Selbstausgrenzungen unter den Fans. Derweil spielen sich die Reibereien und Auseinandersetzungen nicht mehr im Stadion ab. Sie verlagern sich zeitlich wie örtlich vom Fußballgeschehen weg, ohne allerdings den Bezug zum Fußball völlig zu verlieren.
Einher geht diese Entwicklung mit einem Prozeß der Aufgabe von Selbstbegrenzungen zur Regulation von Konflikten (Fan-Ehre) und dem Rückgriff auf Distanzwaffen. Auch die schon lang angedeutete Gefahr, daß bei Verlagerung der Konflikte in die City-Bereiche originär vom Fußballgeschehen nicht betroffene Jugendszenen (auch unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit) aktiv wie passiv “mitspielen”, erhält immer neue Nahrung. Nicht unerheblich dabei die Rolle der Ordnungskräfte. Staatlicherseits mit der Aufgabe der Konfliktverhinderung und Strafverfolgung versehen, avancieren sie zunehmend zu einer Art “Mitspielpartner” aus der Perspektive der Jugendlichen.
Das Verhalten der jugendlichen Fans bei gewalttätigen Auseinandersetzungen orientierte sich dabei binnen weniger Jahre an ordnungs- und sicherheitstechnischen Strategien. Gewisse Neidgefühle gegenüber den Ordnungshütern (“bessere Bewaffnung und Ausrüstung, Staatsauftrag”) kamen auf, im Szene-Jargon war bald die Rede vom “Dritten Mob”.
In den neuen Bundesländern kommt ein weiterer Umstand hinzu. Just dort geraten sie immer wieder zum eigentlichen Konfliktgegner. Den Jugendlichen zufolge sind in dem Zusammenhang die früheren Erfahrungen mit der Staatsgewalt und die aktuelle Umbruchsituation von Bedeutung.

Rechtstrend

Seit einigen Jahren wird im Zusammenhang mit jugendlichen Fußballfans das Aufgreifen wie Verwenden nationalistischer bis rechtsextremistischer Insignien und Positionen diskutiert, außerdem die Einflußnahmen rechtsextremer Gruppierungen. Einige Fanclubs wurden konkret rechtsextremistischer Orientierungen und Taten verdächtigt. Von einigen Mitgliedern sind Verbindungen zu neonazistischen Verbindungen bekannt. Herausragend ist in diesem Zusammenhang die ehemalige Dortmunder “Borussenfront”.
Im Juli 1984 befand das bayrische Innenministerium, daß Rechtsextremisten gezielt versuchten, Fußballfanclubs zu unterwandern. Im November 1985 teilte die Bundesregierung auf Anfrage der SPD mit, daß rechtsradikalen Gruppen es nicht in nennenswerten Umfang gelungen sei, die Fan-Bewegung in ihren Reihen zu integrieren. Trotz der darin anklingenden Entwarnung blieb das Thema bis heute zentral: Fußballfans gleich (potentielle) Neonazis bzw. Rekrutierungsfeld - ja oder nein, so jedoch zumeist der Tenor.
In dieser Polarisierung das Thema zu behandeln, ist müßig. Die Situation ist diffuser und komplexer.
Fußballfans überschreiten Konventionen, kehren turnusmäßig am Wochenende leidige Raum-Zeit-Strukturen um. Fußballfans fordern verlustig gegangene Werte wie Solidarität, Männlichkeit, Zugehörigkeit und Unmittelbarkeit des Handelns ein. Sie knüpfen provokativ an offiziell verfemte “Werte” wie Chauvinismus und ressentimentgeladene direkt mit Alltagserfahrungen in Verbindung gebrachte Zuschreibungen an Fremde an, ahnend, daß das von einem erklecklichen Teil der Bevölkerung Zustimmung erfährt. Sie verwenden Losungen und Symbole, die zumindest in Nähe zu NS-Insignien/Parolen stehen, als Macht-Allegorien, um Ohnmacht zu kompensieren, um überhaupt ein Gegenüber hervorzukitzeln. Sie spüren, daß neben starken Tabu-Verletzungen bei einem nicht geringen Teil der Mitbürger weiterhin positive Sichtweisen der NS-Zeit existieren.
Dem Verhalten der Fans kommt seismosgraphische Funktion zu. Sie verweisen auf Verdrängungspraktiken und sie nehmen das auf, was Gesellschaft auch an Ambivalenzen, an uneingelösten Selbstansprüchen enthält. Sie geben allerdings kulturelle Antworten, keine politischen. Diese aber als solche zu behandeln und mit moralisierender Empörung bei ihnen zu verfolgen, kommt einer pharisäerhaften Alibifunktion gleich.

Was heißt das stattdessen ? Für die pädagogischen Praktiker vor Ort, ob der gesellschaftlichen Gründe nicht in Apathie und Ratlosigkeit zu verfallen, weil womöglich alles andere nur noch einer Bagatellisierung gleichkäme. Im Gegenteil. Es soll dazu aufgefordert werden, die Betroffenen in ihren Alltagserfahrungen, ihren Interessen und ihren selbstorganisierten Handlungsfeldern ernst zu nehmen. Ihre objektiv höchst problematischen Äußerungen vor diesem Hintergrund verstehen - nicht akzeptieren - zu lernen, erst einmal hinzunehmen, um den Blick auf dahinterstehende Fragen und Interessen zu lenken.

Primat repressiver Lösungen

Spätestens mit dem Tod eines Fußballfans in der Bundesrepublik Anfang der 80er Jahre war die Deutung des Fan-Verhaltens als eher milde belächeltes "über die Stränge schlagen" vorbei.
Und seit den tragischen Geschehnissen von "Brüssel", mit denen auch die rechtsradikale "National Front" in Verbindung gebracht wurde, gilt es ein hochgradiges Sicherheitsproblem zu lösen und Extremismus zu bekämpfen. Betroffene Institutionen und Verbände bzw. Vereine reagieren seitdem in der ihnen eigenen Art.

In den einschlägigen öffentlichen Gazetten treten Fans nur noch als Negativerscheinung ins öffentliche Bild.

Von den meisten Vereinen wird seit Jahren schon zumeist mit Nichtbeachtung bis Ausgrenzung reagiert. Zugang wird - einmal abgesehen von den Fanclubs der Bel-Etage - nur in den seltensten Fällen gesucht. In einer Zeit, in der die Bundesligavereine zu mittelständischen Firmen geraten sind, mit Persönlichkeiten aus Politik, Film und TV sich schmücken und die Idole auf dem Rasen sich mit ihren sechs- bis siebenstelligen Gehältern sich in höchsten Sozialschichten beheimatet wissen, scheinen sie auch keine relevanten Gesprächspartner mehr zu sein. Gehandelt als Diskussionspunkt nur dann, wenn es um umsatz- und imageschädigendes Verhalten geht, betreibt man bestenfalls Kosmetik, bestückt beispielsweise Weihnachtsfeiern auserwählter Fanclubs mit "dienstverpflichteten" Spielern. Ansonsten setzt man auf bautechnische Lösungen und schiebt das Problem den Kommunen und den zum Handeln verpflichteten Sicherheits- und Ordnungskräften zu.

Die Folgen zeichnen sich seit geraumer zeit ab: Bauliche Veränderungen in und um die Stadien, Rundum-Videoüberwachung, Blockumzäunungen in den Fan-Kurven, die strikte oder auch rigorose Trennung von jugendlichen Anhängerschaften, polizeiliche Begleitung bis Stadtgrenze oder Bahnhof, prophylaktische Ingewahrsamnahmen.

Sicherheitstechnisch ist da nicht ohne Logik, doch behaftet mit ungewollten wie unbedachten Folgen: Sei es, daß eine zunehmende Präsenz von Ordnern und Ordnungskräften bislang geduldete Grenzüberschreitungen provokativen Inhalts mit unter Umständen strafrechtlichen Folgen sanktioniert, sei es, daß Jugendliche, fast zwangsläufig aufgrund umfassender Observation im Stadion ihre Aufenthaltsorte und Aktionsfelder verlagern oder einfach der Umstand, daß Fans Möglichkeiten der Selbstregulierung in Konfliktsituationen nur schwerlich lernen können und ihr Regelverhalten durch sicherheitstechnische Eingriffe von außen verletzt sehen.

Es mag paradox klingen. Aber die Situation scheint eingetreten, daß mit der sicherheitstechnischen Befriedung der Stadien und deren näherer Umgebung zugleich ein viel größeres Problem außerhalb und in den städtischen Zentralbereichen (mit-) produziert wurde.

Fan-Projekte

In die Diskussion über Ausschreitungen von Fußballfans bzw. vorbeugende Maßnahmen geraten just in jüngster zeit die sogenannten Fan-Projekte.

Anfänglich noch als exotische Unternehmungen eher belächelt, gilt ihnen inzwischen verstärkt der öffentliche Blick. Ihre Arbeit erfährt Anerkennung, gilt zunehmend als reputierlich.

Die Inhalte der Fan-Projekte leiten sich aus Prinzipien der offenen Jugendarbeit ab - in bewußter Abkehr eines Verständnisses reiner Interventionsstrategie.

Pate des Engagements bei vielen Mitarbeitern der Fan-Projekte ist die eigene Nähe zum Fußballsport. Erwähnenswert dies, weil Kontakt und Gespräch zu den Fans sich damit erleichtert. Und das ist wichtig. Denn die Vertrauensarbeit ist bis dato mühevoll, der von den Fans geäußerte Argwohn verständlich, wissen sie sich doch ansonsten in "Obhut" von Ordnern und Polizei.

Zum Gradmesser für Glaubwürdigkeit und Integrität der Pädagogen - dem Kern dieser sehr personenbezogenen Arbeit - avanciert das Verhalten in Konfliktsituationen und die ständige Präsenz am Ort des Geschehens, vor, während und nach den Spielen. Der Fußball und die Spielbesuche der Fans, ihr kleines Glücksversprechen, sind Ausgangspunkt und Eckpfeiler für die Arbeit. Das bedeutet sorgsames Zuschauen, (kritisches) Lobbytum, Verhinderung von Ausgrenzungen und Eskalationen durch angemessene Mäßigungsversuche.

Deutlich wurde dabei, daß eskalierende Gewalttätigkeiten und Ressentiments oder besser "Anders"-Feindlichkeiten in Zusammenhang erst entzifferbar sind, also vor dem Hintergrund sozialer Erfahrungen im Alltag (Vereinsamungen, Konkurrenzdruck, Verlust sozialer Zusammenhänge). Zugang zu diesen Lebenslagen und den Interpretationen der Jugendlichen ermöglicht ein offensives Umgehen mit den Betroffenen, die Präsenz an ihren Orten, die keiner pädagogischen Definitionsgewalt unterliegen, das bloße Zuhören, das Zurverfügunghalten als Dialogpartner, als konkret identifizierbares Gegenüber.

Vor diesem Hintergrund auf der Basis einer halbwegs tragbaren Vertrauensbasis sind weitere Angebote erst realisierbar. Mehrheitlich sind das neben der aufsuchenden Arbeit sportbezogene Freizeitangebote, Alltagshilfen und Öffentlichkeitsarbeit. Die Palette dazu ist reich und differiert je nach örtlichen Besonderheiten. Sportangebote unter der Woche, Schlichtungsversuche im Vorfeld von kritischen Begegnungen und Vermittlung von Rechtsbeiständen zählen ebenso dazu wie Diskussionen über Rechtsextremismus oder gewaltverherrlichende "Fanzines", appellative Reaktionen auf ungerechtfertigte Pressedarstellungen und die Produktion wie Protektion von Ausstellungen, Theaterinszenierungen und TV- wie Radio-Sendungen.

Nicht bezweckt ist damit eine Konterkarierung des Fan-Daseins. Vielmehr mögen sich dabei - beispielsweise bei erlebnispädagogischen Fahrten - Möglichkeiten bieten und erproben lassen, die abseits von Anspannung und situativen Druck des Bundesligaspektakels ebenso als Mittel dienen können, um Vergemeinschaftungsprozesse und sozialen Zusammenhalt zu erfahren.

Fan-Projekte verstehen sich als ein Bestandteil einer Jugendarbeit, die sich gegen rechtsextremistische Orientierungen wendet - ohne jedoch explizit und stetig Rechtsextremismus zu thematisieren. Wichtig sind den Mitarbeitern das Zugehen auf die Jugendlichen, konkrete Hilfen für Alltagsprobleme, spannungs- und erlebnisorientierte Erfahrungen, die Bearbeitung gravierender Ausgrenzungsproblematiken und echte Formen der Mit- und Selbstbestimmung.

Ohne sich in einer dezidierten Bewertung ergehen zu wollen, bleibt festzuhalten, daß Fan-Projekte in den jeweiligen Städten für die Fans zu einer festen Größe geworden sind. Beständig werden sie um Hilfeleistungen angegangen, sind im Sinne einer "Drehpunkteinrichtung" Ansprechpartner für Institutionen, Verbände, Medien, Fans u.a.. Gemeinhin haben sie auf eine Verobjektivierung des Themas hingewirkt und spürbar zu einer Klimaverbesserung beigetragen.

Ihre materielle Situation jedoch gibt Anlaß zu großer Sorge. Etliche Projekte mußten bereits wieder ihre Arbeit einstellen. Bei den Verbliebenen erschweren Zeitverträge und Fluktuation in der Personalbesetzung aufgrund von ABM-Verträgen die Arbeit.

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Fan-Projekte - Grundlagen und Möglichkeiten von sozialraumbezogenen Drehpunkteinrichtungen

Fan-Projekte sind Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit. Sie verstehen sich selbst als weitgehend unabhängige "Drehpunkteinrichtungen" zwischen jugendlichen und erwachsenen Erfahrungsebenen, zwischen den Bedürfnissen der kulturellen Lebenswelten und den Markt- und Verwaltungsmechanismen des organisierten Profifußballs. Neben jugendpädagogischen Ansätzen werden gleichrangig Anteile von Institutionen- und Öffentlichkeitsarbeit als spezifische Aufgabe angesehen. Hiermit wird insbesondere dem Umstand Rechnung getragen, daß die öffentlichen und institutionellen Reaktionen auf (auffälliges) Fanverhalten die Entwicklung dieser Jugendszene nicht unwesentlich beeinflussen. (1)
Fan-Projekte blicken inzwischen auf eine wechselhafte, mehr als zehnjährige Geschichte zurück. (2) Augenblicklich arbeiten in der Bundesrepublik Deutschland Fan-Projekte mit unterschiedlichen Trägerkonstruktionen (3) in Berlin, Bochum, Bremen, Dortmund, Frankfurt, Göttingen, Hamburg, Hannover, Homburg/Neunkirchen, Karlsruhe, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg und Oldenburg. Die personelle Ausstattung der Projekte ist dabei nur in wenigen Städten zufriedenstellend und schwankt in den einzelnen Einrichtungen zwischen Honorarstellen und ABM-Arbeitsplätzen bis hin zu einigen festangestellten Beschäftigten. Vor dem Hintergrund einer unsicheren, kontinuierlichen Arbeitsperspektive, kämpfen viele Projekte um ihre grundsätzliche institutionelle Absicherung. Unliebsame Begleiterscheinung in der Geschichte der Fan-Projekte ist es nämlich, daß eine kontinuierliche Jugendarbeit eingestellt werden mußte, da sich Kommunen, Vereine und Verbände nicht über einen Zuwendungsschlüssel einigen konnten. Besonders traurige Beispiele boten im Frühjahr 1991 Mannheim und im Winter 1992 Gelsenkirchen, als eine sich perspektivisch verstehende Jugendarbeit beendet werden mußte, da die beteiligten Institutionen zwar die geleistete Arbeit würdigten, sich jedoch nicht auf einen praktikablen Finanzierungsschlüssel einigen konnten.
Das ist um so unverständlicher, da sich in den gleichen Zeiträumen die Ausweitungen von repressiven Maßnahmen nahezu problemlos vollzogen. Kostenintensive, bauliche Veränderungen der Stadien - immer mit dem Argument einer Verbesserung der Sicherheitsstandards versehen - z. B. die Verkäfigung insbesondere der Fan-Blöcke sind da genauso zu nennen, wie der personlintensive, sich ausweitende Einsatz von Schutz- und Zivilpolizeibeamten bis hin zum permanenten Rückgriff auf den Bundesgrenzschutz, als auch die Ausweitung und Intensivierung der technischen Sicherheitsstandards.

Die BAG und die Perspektiven einer Professionalisierung

Zur überregionalen Interessenvertretung der Projekte wurde im Mai 1989 die BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT DER FAN-PROJEKTE (BAG) gegründet. Die Hauptaufgaben dieses Interessenverbundes bestehen bislang in der Außendarstellung der Fan-Projekte, der Vertretung gegenüber Institutionen (z. B dem Deutschen Fußball Bund) sowie in der Koordination von überregionalen Aktivitäten, wie sie etwa mit den BAG - Maßnahmen während der WM 1990 in Italien und der Europameisterschaft in Schweden 1992 (s.u.) durchgeführt wurden. Besonderes Augenmerk wird auf die regelmäßig stattfindenden Bundestagungen gelegt, die einen kontinuierlichen Austausch über regionale Arbeitserfahrungen der Projekte gewährleisten und die schnellebigen Entwicklungen der Fan-Szene analytisch aufarbeiten.
In den letzten Jahren gelang es der BAG, die Möglichkeiten einer Professionalisierung hin zu einem möglichst flächendeckenden Ausbau der Fan-Projekte auf lokaler Ebene sowie der Einrichtung einer Koordinationsstelle Fan-Projekte (in Trägerschaft der Deutschen Sportjugend) bundesweit voranzutreiben. Festgehalten sind diese Entwicklungsperspektiven im Ergebnisbericht der AG "Nationales Konzept Sport und Sicherheit" (4). Auf der Grundlage des Ergebnisberichtes soll es in Städten mit Lizenzmannschaften zur (Neu)Einrichtung von Fan-Projekten kommen. Darüberhinaus wurde die Koordinationsstelle Fan-Projekte bei der Deutschen Sportjugend (KOS) zum August 1993 eingerichtet, die eine weitergehende Vernetzung der Fan-Projektarbeit ermöglicht, den Aufbau neuer Projekte vorantreibt und weitreichende Maßnahmen zur Sicherstellung der Qualifizierung von Fan-Projekt-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern zu entwickeln hat. Die KOS soll die Qualitätsstandards der Fan-Projekte sichern und weiterentwickeln. Sicherlich werden auch in dem vorliegenden Ergebnisbericht weitestgehend Willens- und Absichtserklärungen zusammengetragen, aber an dieser Stelle wird es darauf ankommen, die Glaubwürdigkeit der politischen Mandatsträger und hochrangiger Verwaltungsmitarbeiter auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene zu prüfen. Der Koordinationsstelle Fan-Projekte bei der Deutschen Sportjugend ist jedoch mit dem angesprochenen Ergebnisbericht ein Werkzeug in die Hand gegeben, das in sensiblen Gesprächen mit Kommunen, Ländern und Bundesligavereinen Impulse in die Etablierung neuer Fan-Projekte als Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit möglich macht. Alle Beteiligten wissen um ihre Verantwortung, was die Aufgabe der KOS u.U. lösbar macht.

Tätigkeitsbereiche der Fan-Projekte

Die Fan-Projekte ordnen sich ein in die noch junge Geschichte der aufsuchenden Jugend- und Sozialarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Der überwiegende Teil der Tätigkeiten findet an den Plätzen und Orten statt, an denen sich die Jugendlichen aufhalten (Stadien, Bahnhöfe, öffentliche Plätze, Kneipen etc.).
Daraus ergibt sich die sogenannte Spielbegleitung (Heim- und Auswärtsspiele) als primäre Ausgangssituation der Kontaktaufnahme und Kontaktintensivierung zwischen Fan-Projekt-Mitarbeitern und Fans. Diese zielgruppenorientierte Jugend- und Sozialarbeit wendet sich dabei an alle Ausdifferenzierungen der Fan-Szene (Kutten, Hooligans, Skinheads, "Stinos"), so daß eine Ausgrenzung von Jugendlichen weder vorgenommen noch intendiert wird.

Die konkreten Tätigkeiten der Fan-Projekte lassen sich grob in folgende zwei Bereiche unterscheiden:

  • Arbeit mit Jugendlichen sowie
  • Öffentlichkeits- und Institutionenarbeit.

In ihrer Arbeit suchen die Pädagogen die Nähe der Jugendlichen, lassen sich auf die Alltagswelt ein und bemühen sich um ein Verstehen der sich rasch wandelnden Szene.
Die wichtigsten Schwerpunktbereiche dabei sind:

  • Hilfen zur Stabilisierung der Fan-Cliquen und Clubs und der regionalen Fan-Gemeinde durch Begleitung und Teilnahme an Gruppenprozessen;
  • Förderung und Stützung von Eigeninitiativen und Selbstverantwortung von Fans;
  • Angebote von Freizeitangeboten nicht kommerzieller Art;
  • ganzheitliche Einzelberatungen;
  • Hilfen in Notsituationen.

Die Öffentlichkeits- und Institutionenarbeit der Fan-Projekte bietet vor allem Information, Verständigung und Vermittlung und wendet sich an Profivereine, Sportverbände, Polizei, Medien, Jugendämter, Bildungseinrichtungen (Schulen, Universitäten etc.) und interessierte Öffentlichkeit. Sie bezieht sich schwerpunktmäßig auf folgende Tätigkeiten:

  • als vermittelnde Instanz in brisanten Konfliktsituationen und
    akuten Einzelfällen sowie
  • einer situationsübergreifenden, langfristigen
    Vermittlungsarbeit.

Die mit einer Evaluation sozialpädagogisch orientierter Fan-Projekt-Arbeit betraute Studiengruppe des Hamburger "Institut für Jugendkulturforschung" formulierte im wesentlichen vier Bereiche der sozialen Arbeit mit Fans:

1. Helfende und beratende Tätigkeiten
Sie beinhalten Beistand für Jugendliche in Konflikt- und Notsituationen und die Bewahrung der Jugendlichen vor ernsten Schädigungen (z. B. gesundheitlicher und strafrechtlicher Art).

2. Kulturelle Animation
Hierbei geht es um Anregungen zur Auseinandersetzung mit Wertfragen und mit kulturellen Symbolen bei den Jugendlichen und im Umfeld des Profifußballs inklusive einschlägiger Medien. Maßnahmen reichen hier vom Fußballturnier über Bildungsreisen bis zu Podiumsdiskussionen etc.

3. Öffentlichkeitsarbeit
MitarbeiterInnen werden als Vermittler zwischen Fans und den relevanten Institutionen sowie der Öffentlichkeit tätig. Sie versuchen aus ihrer Kenntnis der Jugendszene, den Aufklärungsbedarf der Öffentlichkeit vor allem hinsichtlich der Verläufe und Entstehung von Randale zu decken und schlagen adäquate Maßnahmen vor.

4. Wissenschaftliche Forschung
Es stellt sich die Aufgabe, die Entwicklung der Fan-Szene und ihres Interaktionsfeldes laufend zu beobachten, die auftretenden Phänomene, insbesondere die Ausdrucksformen von Gewalt, zu interpretieren und umfassende Maßnahmenkataloge zu entwickeln. (5)

Praktische Beispiele

Aus einer Fülle unterschiedlichster, regional begründeter Projektaktivitäten, seien im folgenden einige Beispiele kurz umrissen.

Beispiel 1: Trauermarsch für Mike Polley in Berlin
Das erste Beispiel zeigt deutlich die Rolle der Fan-Projekte als "Drehpunkteinrichtung" auf. Berliner Jugendliche benutzten ihren Kontakt zum dortigen Fan-Projekt, um in das Gespräch mit den verantwortlichen Vertretern der Polizei zu gelangen, so daß ein friedlicher Trauermarsch für den erschossenen Jugendlichen organisiert werden konnte.
Hintergrund des Trauermarsches war, daß bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans und der Leipziger Polizei am Rande des Spiels Sachsen Leipzig gegen FC Berlin am 3.11.1990, in denen die Polizei insgesamt 58 Schüsse abgab, der Berliner Fußballfan Mike Polley durch den Schußwaffeneinsatz getötet wurde (6). In den nachfolgenden Tagen baten die Fans das Berliner Fan-Projekt um Unterstützung bzgl. der Realisierung eines Trauermarsches. In den quasi "neutralen" Räumen des Fan-Projektes fand ein Zusammentreffen der Jugendlichen mit verantwortlichen Polizeivertretern zur Vorbereitung und Verständigung über den Ablauf des Trauermarsches statt. Dieser verlief eine Woche nach den Schüssen ohne jegliche Auseinandersetzungen. Der gemeinsamen Wunsch nach Deeskalation und der Vermeidung weiterer stigmatisierender Kriminalisierungstendenzen konnte umgesetzt werden.

Beispiel 2: Hollandreise Hamburger Fußballfans
Das zweite Beispiel verweist auf den Versuch, Jugendlichen alternative Erfahrungen bei Auswärtsspielen ( insbesondere ins europäische Ausland) zu vermitteln, und darüberhinaus Bildungs- und Begegnungsreisen zu initiieren, die die "Hinreise-Randale/Spiel-Abreise"-Verkettung in Frage stellen.
Zum WM-Qualifikationsspiel der Bundesrepublik gegen die Niederlande (in Rotterdam) fuhr das Hamburger Fan-Projekt mit einem Kleinbus für fünf Tage ins Gastland. Neben dem Spielbesuch wurde den Jugendlichen ein umfangreiches Programm geboten, damit vorhandene Vorurteile gegenüber Land und Leuten überprüft und möglichst modifiziert werden konnten. Ein Reisen unter "sozialer Obhut" mußte zunächst vor den "eigenen Kollegen" legitimiert werden, da es einer "Therapeutisierung" gleichgesetzt wurde. Die Nachfrage von Jugendlichen nach "anders reisen"-Angeboten des Fan-Projektes erhöhte sich, wobei auffälligerweise insbesondere der "harte Kern" der Hooligans nachfragte.

Beispiel 3: "Fans tun eine Reise"
Dem dritten Beispiel liegt der Gedanke der Völkerverständigung mit zur Hilfenahme des Mediums Sport zu Grunde.
Die Zusammenarbeit der Fan-Projekte Hamburg und Bremen mit dem CVJM-Nordbund ermöglichte 25 Fans aus Norddeutschland einen viereinhalbwöchigen Aufenthalt in Italien während der gesamten Dauer der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Begegnung mit zahlreichen Fußballanhängern aus der ganzen Welt, das Festhalten mannigfaltiger Eindrücke per Video, Foto oder Erlebnisbericht, die Auseinandersetzung mit italienischer Kultur und Mentalität, die gegenseitige Achtung und Rücksichtnahme als Teil einer Reisegruppe u.a. mehr, hinterließen Spuren in Verhalten und Einstellungen bei den Jugendlichen.
Die beteiligten Jugendlichen sammelten zum Teil erstmals Erfahrungen im sozialen Zusammenleben einer (Gleichaltrigen)Gruppe, mußten Rücksicht üben, Verantwortung als Teil der Gruppe (mit) übernehmen (z.B. als verantwortliche Küchengruppe für die Zubereitung und Zusammenstellung der Verpflegung), Diskursfähigkeit entwickeln (z.B. für das tägliche Plenum, um Reisen, Besichtigungen, Aktivitäten usw. miteinander abzustimmen, aber auch die breite Diskussion über das Verhalten untereinander über den sozialen Umgang). Die Teilnehmer mußten lernen, sich gegenseitig "auszuhalten", demokratische Mehrheiten zu finden, damit Programmgestaltungswünsche realisiert werden konnten, sich mit Anforderungen durch die Projektleiter und die Projektauflagen (Jugendbegegnungen, Arbeitsergebnisse etc.) auseinanderzusetzen, aber auch die Hinterfragung des eigenen, fanspezifischen Verhaltens hinsichtlich des eigenen Verhältnisses zu Gewalt, Alkohol, Vandalismus usw. zuzulassen.

Beispiel 4: Fan-Kontaktbüro der BAG
Das vierte Beispiel zeigt eine Form der Jugendarbeit auf, in der Fan-Projekte quasi als Serviceeinrichtung für Jugendliche fungieren.
Während der Fußball WM 1990 in Italien war es erstmals zu einer Zusammenarbeit von MitarbeiterInnen lokaler Fan-Projekte (unter Koordination der BAG) und dem Deutschen Fußball Bund gekommen (7)
Basierend auf den Italien Erfahrungen entwickelte die BAG zur EURO '92 eine Serviceeinrichtung für nach Schweden reisende deutsche Fußballfans - das FAN-KONTAKT-BÜRO. Der DFB erklärte sich bereit die Maßnahme finanziell und organisatorisch zu unterstützen.
Am jeweiligen Spielort der deutschen Nationalmannschaft unterhielt ein Team der BAG eine Informations- und Anlaufstelle. Sechs Fan-Pädagogen/Pädagoginnen und ein Rechtsanwalt standen den angereisten Fußballfans mit Rat und Tat zur Seite. Neben der Initiierung freizeitpädagogischer Angebote, standen die Vermittlungen zwischen Fans und schwedischen Behörden, Öffentlichkeitsarbeiten, Unterstützungen der Frankfurter Projektgruppe zum Euro-Fanszine "Der Schwedenfahrer", Angehörigen- bzw. Knastarbeiten, Kooperationen mit dem deutschen Konsulat, mobile Campbetreuung, Institutionenberatungen, sowie die Einrichtung eines Fan-Informationsdienstes im Mittelpunkt der BAG-Aktivitäten.
Die Idee und die Umsetzung des Fan-Kontaktbüros wurde von den Jugendlichen voll angenommen. Die Durchführung des Projektes muß als Erfolg gewertet werden, konnten doch gerade in einer fremden Umgebung auftretende Irritationen bei den Jugendlichen, weitgehend durch rechtzeitige Informationen vermieden werden. (8)
(Diese und weitere zur EURO '92 durchgeführten Projekte sind ausführlicher dargestellt bzw. ausgewertet in einer von der BAG FAN-PROJEKTE herausgegebenen Schrift "EURO-Reader". Soziale Begleitprogramme bundesdeutscher Fan-Projekte anläßlich der Fußballeuropameisterschaft 1992 in Schweden; Hamburg 1992, 156 Seiten).

Grundsätzliches zur Einrichtung von Fan-Projekten

Aus den zehnjährigen Erfahrungen von Fan-Projektarbeit lassen sich - bei aller lokaler Unterschiedlichkeit - grundsätzliche Rahmenbedingungen und Arbeitsansätze herleiten. Dabei gilt es zuvorderst zu bedenken, daß "Drehpunkteinrichtungen", wie Fan-Projekte sie nun einmal darzustellen vermögen, in ihren Möglichkeiten und Handlungsweisen davon abhängig sind, inwieweit die betroffenen Institutionen und mit ihnen die Vertreter der Erwachsenengesellschaft die Bereitschaft aufbringen, mit kritischen und teilweise auch randständigen Jugendlichen zu "verhandeln".
Vorausgesetzt eine solche Bereitschaft besteht, erwachsen für die Fan-Projekte eine Vielzahl von verantwortungsvollen Aufgaben.
Besteht eine solche Bereitschaft nicht, werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich hoffnungslos zwischen den Bedürfnissen der kulturellen Lebenswelten der Jugendlichen einerseits und den Markt- und Verwertungsinteresse Profifußballs zerreiben.

Selbstverständlich kann mit diesem Artikel nicht die gesamte Palette und Ausdifferenzierung der Arbeit der Fan-Projekte in der Bundesrepublik Deutschland hinreichend ausgeleuchtet werden. Wer sich näher mit der Arbeit der Fan-Projekte befassen möchte, sei daher auf die Berliner Sportjugend (Jesse-Owens-Allee ...) verwiesen, in deren Trägerschaft das FAN-Projekt Berlin (Tegeler Weg 5, 10589 Berlin, Tel. 030/344 69 28, Fax 030/344 91 02) arbeitet, welches über die konkrete sozialpädagogische Arbeit der lokalen Fan-Projekte weiterreichende Informationen geben kann.
Für weitere Informationen von überregionaler, bundesweiter Bedeutung ist die Koordinationsstelle Fan-Projekte bei der Deutschen Sportjugend (ADRESSE) der angemessene Adressat.

Anmerkungen:

1. vgl. BAG-Rahmenkonzeptionen Fanprojekte, Dortmund 1989

2. 1981 gründete sich das erste Fanprojekt in Bremen. Wegweisende Grundlagen für die weitere Entwicklung der Fanprojekte finden sich im 2. Zwischenbericht des Fanprojekt Bremen, Bremen 1993.

3. bisher übliche Trägerkonstruktionen für Fanprojekte: - eigenständiger Verein (mit e.V. und Gemeinnützigkeit) - unter der Trägerschaft von städtischen Sportjugenden - in Anbindung an lokale Jugendbehörden;

4. vgl. Ergebnisbericht "AG Nationales Konzept Sport und Sicherheit", Düsseldorf 1992; zu beziehen über das Innenministerium NRW

5. vgl. Institut für Jugendkulturforschung e.V. (Hrsg.): Soziale Arbeit mit Fans, Hamburg 1990;

6. vgl. A. Klose, Tod eines Fußballfans, in: Bürgerrechte und Polizei (CILIP 42) Nr.2 1992, S. 76-79, Berlin 1992

7. s. Anmerkung 5

8. Dokumentiert ist diese Maßnahme im "EURO-Reader. Soziale Begleitprogramme bundesdeutscher Fanprojekte anläßlich der Fußball-Europameisterschaft 1992 in Schweden, Hamburg 1992

Angaben zur Person:

Andreas Klose, Soziologe, ehemaliger Mitarbeiter im Fanprojekt der Sportjugend Berlin, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte

Thomas Schneider, Pädagoge, ehemaliger Mitarbeiter im Verein Jugend und Sport Hamburg, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte

Helmut Heitmann, Pädagoge, ehemaliger Mitarbeiter im Fanprojekt der Sportjugend Berlin, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte