Die Fankurve ist für viele Jugendliche und (junge) Erwachsene ein höchst attraktiver Ort der Vergemeinschaftung. Hier verbringen sowohl junge Frauen als auch junge Männer viel gemeinsame Zeit und gestalten aktiv das, was wir Fankultur nennen.

In den letzten Jahren sind deutlich mehr Frauen im Stadion und den Fankurven zu finden, doch sind Männer immer noch deutlich stärker vertreten. Die Debatte um die Bedeutung von Geschlecht  - und damit einhergehenden „männlichen“ und „weiblichen“ Verhaltensweisen - in der pädagogischen Arbeit mit jungen Menschen kann eine längere Geschichte vorweisen, auch in der professionellen pädagogischen Fanarbeit. Vielfach wurden die Fankurven als Ort einer traditionellen Männlichkeit herausgearbeitet, der Frauen einen gewissen Freiraum bietet. Aspekte von Vielfalt und Diskriminierung laufen somit oftmals parallel, pauschalisierende Urteile über die Fanszenen verbieten sich.


So ist es nur folgerichtig, dass sich auch die Fanprojekte und die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) mit dem Thema der geschlechtersensiblen Sozialarbeit beschäftigen. Die Akteur*innen der Fansozialarbeit reagieren dabei nicht nur auf neue fachliche Anforderungen, sondern setzen auch proaktiv eigene Themenschwerpunkte und entwickeln Strukturen weiter. Begleitet werden sie dabei unter anderem von der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (KoFaS).  


Die KOS ist von Beginn an Kooperationspartner des Projekts „Kicks für alle! Fußball. Fanszenen. Geschlechtervielfalt“ der KoFaS. Das Projekt wird gefördert aus dem Programm „Demokratie leben“ des Bundesministeriums Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
In der Projektlaufzeit, die 2016 begann und 2019 endet, entwickelte die KoFaS in enger Kooperation mit der KOS unter anderem die Expertise „Geschlechterverhältnisse in Fußballfanszenen“ und eine Handreichung mit dem Titel „Alles männlich?! Praxistipps für eine geschlechterreflektierende Fanarbeit“.  Aus der Expertise und der Handreichung resultierten dann spezifische Konzepte für Workshops zu den Themen „Männlichkeiten“ und „Weiblichkeiten“.  Die Workshop-Angebote richten sich gezielt an Fanprojektmitarbeiter*innen.


Im November 2019 findet die abschließende Tagung des Projekts „Kicks für alle! Fußball. Fanszenen. Geschlechtervielfalt“ im Rahmen der 17. Bundeskonferenz der Koordinationsstelle Fanprojekte in Stuttgart statt.


Die Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (KoFaS) ist eine Gruppe von Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen mit Sitz in Hannover und Berlin. Als interdisziplinär tätiges Forscher*innen- und Berater*innenteam beschäftigen sie sich mit gesellschaftlichen Themen, Zusammenhängen und Phänomenen im und rund um den Sport.



KoFaS-Veröffentlichungen

Im Rahmen des Modellprojekts "Kicks für Alle! Fußball. Fanszenen. Geschlechtervielfalt." erstellte die KoFaS folgende Expertisen:

Geschlechterverhältnisse in Fußballfanzszenen. November 2016.

Handreichung: Alles männlich?! Praxitipps für eine geschlechterreflektierende Fanarbeit. 2017