Abschlussbericht: Europameisterschaft 2004 in Portugal

Mobile Fanbotschaft während der EURO2004

FSI/FARE - Fans Embassies Work Programme

In der Zeit vom 12.Juni 2004 bis zum 4. Juli 2004 fand die Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal statt.

In einer Kooperation mit Football Against Racism in Europe (FARE) organisierte das Netzwerk Football Supporters International (FSI) im Rahmen der Zuschauer- und Fanbetreuung ein umfangreiches Programm mit dem Ziel, die Aufenthaltsbedingungen für die Besucher während der Europameisterschaft positiv zu beeinflussen.

Zentrale Bestandteile des Konzeptes waren Aufklärungs- und Informationsarbeit, die Bereitstellung von Fanbotschaften und von szenenahen Ansprechpartnern sowie integrierte antirassistische Aktionen und Informationen, die durch den UEFA Charity-Partner FARE organisiert und verantwortet wurden.

FSI besteht aus folgenden sieben Kooperationspartnern,

  • Football Supporters Federation (FSF), England
  • Koordinationsstelle Fan-Projekte (KOS), Deutschland
  • Progetto Ultra, Italien
  • Euro Support, Niederlande
  • Fan-Projekte, Schweiz
  • ProFutbolFans Tschechien
  • Streetwork Frankreich

(1) deren Erfahrungs- sowie institutioneller Hintergrund recht unterschiedlich sind. Einige, wie die deutsche KOS, die englische FSF oder das niederländische Eurosupport arbeiten seit mehr als 20 Jahren professionell auf dem Gebiet der Fanbetreuung, andere, wie Fanarbeit Tschechien, sind wesentlich jünger und erst im Zuge der Europameisterschaft 2000 an das Aufgabengebiet herangeführt worden.

Während die FSF eine von Mitgliedern getragene Basisorganisation ist, wird das Progetto Ultra, die KOS, Eurosupport oder auch die Schweizer Fanprojekte mittels staatlicher Unterstützung bzw. Gelder des jeweiligen Fußballverbandes unterstützt und sind die Projekte aus Tschechien und Frankreich vollständig auf die Gelder der UEFA angewiesen.

Diesen unterschiedlichen institutionellen Ausgangsbedingungen galt es im Konzept Rechnung zu tragen.

Das Konzept:

Die Fußball-Europameisterschaft stellt die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt dar, welche regelmäßig weltweite Aufmerksamkeit auf sich zieht. Bei einer Fußballeuropameisterschaft tragen die vielen Fußballfans, die das Austragungsland besuchen, einen erheblichen Anteil zum Gelingen oder zum Misslingen der Veranstaltung bei. Zu keinem anderen Zeitpunkt steht deren Verhalten unter einer vergleichbaren öffentlichen Beobachtung.

Die jahrelange Erfahrung der Kernmitglieder von FSI in der Fanbetreuung bei internationalen Turnieren hat im Jahr 2003 dazu geführt, dass die maßgeblichen Elemente (2) des flexiblen Konzeptes der Fanbetreuung über die aktive Mitarbeit an der Erarbeitung durch die FSI-Mitglieder KOS und FSF ihren Niederschlag im europäischen Handbuch zur Gewaltprävention bei Fußballgroßveranstaltungen des Europarates gefunden haben.(3)

Wurde noch zu Beginn der 90er Jahre die Verantwortung für die Sicherheit bei internationalen Turnieren in der Hauptsache den Polizei- und Sicherheitskräften zugeordnet und diese damit oftmals überfordert, hat sich in der Zwischenzeit die Erkenntnis durchgesetzt, dass alle Beteiligten - Veranstalter, Organisatoren, Städte, Polizei, Besucher etc - in ihrem Verantwortungsbereich Möglichkeiten besitzen, die Atmosphäre bei einem solchen Event positiv zu beeinflussen. Von daher besteht vor diesem Hintergrund die Notwendigkeit abgestimmt und transparent zusammen zu arbeiten.

Diesem kooperativen Ansatz fühlen sich die Mitglieder von FSI verpflichtet.

Bezogen auf die Problematik gewalttätiger Ausschreitungen von Fußballfans befindet sich der portugiesische Fußball in der glücklichen Lage, davon bisher weitestgehend verschont geblieben zu sein. Unter anderem aus diesem Grund gibt es in Portugal keine professionelle Organisation, welche die Zuschauer/Fanperspektive mit in ihr Handeln aufgenommen hätte.

Daher bestand für FSI in Portugal strukturell die Schwierigkeit, dass es keinen vergleichbaren Arbeitsansatz gibt und deswegen auch keine Partnerorganisationen, die unser Netzwerk vor Ort hätten unterstützen können.

Vor diesem Hintergrund war die großzügige Bereitschaft der UEFA, 600 000 Schweizer Franken für das „Fans-Embassies Work-Programme“ von FARE/FSI zur Verfügung zu stellen, die wichtigste Voraussetzung für die Umsetzung des Konzeptes im Austragungsland.

Dafür gebührt der UEFA ausdrücklich ein großes Dankeschön und die Anerkennung aller Besucher der Euro 2004 in Portugal!

Organisatorisch und fiskalisch wurde das Konzept für FSI vom Progetto Ultra aus Italien betreut und verantwortet. Dies geschah äußerst effizient und zuverlässig, so dass die verschiedenen FE-Teams in punkto Unterkunft, Transport und Kommunikation die bestmöglichen Bedingungen vorfanden.

Das Konzept von FARE/FSI besteht aus vier inhaltlichen Schwerpunkten:

  • Mobile Fanbotschaften
  • Information und Service
  • Hilfe und Unterstützung vor Ort durch Expertenteams
  • Antirassistische Initiativen und Projekte (streetkick, Fanzeitung etc.)

Mobile Fans Embassies (FE’s):

Die mobilen Fans Embassies dienen als sichtbarer Anlaufpunkt für die jeweilige Fanszene. Entsprechend kenntlich und bekannt gemacht sind sie ein Ort, der während des Aufenthaltes am Austragungsort mit großer Wahrscheinlichkeit von den meisten Fans aufgesucht wird. Hier verteilen die FanbetreuerInnen überprüftes und nützliches Informationsmaterial (eigenes oder kommunales) oder stehen den Fans mit Rat und Tat zur Verfügung. Auch dienen die FE’s vielen Fans als Ort von Verabredungen. Die Fans Embassies öffnen am Tag vor dem Spiel und schließen am Tag nach dem Spiel.

Information und Service:

Mittels sogenannter Fan-Guides soll den Besuchern des Austragungslandes eine Orientierung mit vielen hilfreichen zielgruppenspezifischen Tipps und Informationen an die Hand gegeben werden. Oberstes Ziel ist die Vermittlung von Verhaltenssicherheit, durch die es Fans möglich ist, Problemen vorzubeugen. Dem veränderten Informationsverhalten vieler Fans Rechnung tragend boten einige Teams zusätzlich noch täglich überarbeitete Webseiten an, auf denen tagesaktuelle Informationen zu den einzelnen Spielorten abgerufen werden konnten. Die englische FSF produzierte darüber hinaus ein zu jedem Spiel erscheinendes Fanzine, welches von den englischen Fans wie immer begeistert angenommen wurde.

Hilfe und Unterstützung vor Ort durch Expertenteams:

Bekannte und vertraute Ansprechpartner aus dem jeweiligen Bezugsland stehen im Bedarfsfall den Fans als Unterstützung zur Verfügung. Diese sollen, falls die personelle Größe der Teams dies zuläßt, über eine 24 Stunden – helpline ständig erreichbar sein.

Die Experten stehen darüber hinaus im Bedarfsfall zur Vermittlung in Krisenfällen sowohl den Fans als auch den kommunalen, verbandlichen und staatlichen Institutionen zur Verfügung.

Ebenso können sie im Bedarfsfall zur angemessenen Einschätzung von aktuellen potentiell konfliktträchtigen Situationen beitragen.

Antirassistische Initiativen:

Verantwortet und konzipiert von FARE sollen gemeinsame antirassistische Initiativen (Fanzeitung, streetkick, Öffentlichkeitsarbeit etc.) durchgeführt und das positive, Menschen verbindende Potential des Fußballs betont werden.

Die Vorbereitungsphase:

Auf Grund der oben schon erwähnten spezifischen Situation in Portugal, wo es keine professionelle Arbeit mit Fußballfans gibt und dementsprechend keine adäquate Partnerorganisation im Lande selbst, beantragte FSI, federführend durch die KOS aus Deutschland, Mittel über das AGIS-Projekt der Europäischen Union. Die von der EU schließlich bewilligten und zur Verfügung gestellten Mittel dienten den Mitgliedern von FSI einmal zur Generierung von Informationen über die spezifischen Bedingungen im Austragungsland und an den jeweiligen Austragungsorten. Darüber hinaus wurde über die Organisation von Konferenzen und Workshops in Portugal den vielen portugiesischen Institutionen, die in die Durchführung der Europameisterschaft eingebunden waren, die Möglichkeit geboten, die Konzepte der professionellen Fanbetreuung kennenzulernen und ggf. in ihre lokalen Anstrengungen mit aufzunehmen.

Rückblickend lässt sich feststellen, dass die Möglichkeiten, die das AGIS-Projekt bot, die zentrale Grundlage der gelungenen Umsetzung des Fans Embassies Work Programme waren. Meetings mit offiziellen Vertretern der Städte Lissabon, Porto, Guimaraes, Aveiro, Braga und Coimbra verschafften uns einen ausgezeichneten Einblick in die Bedingungen vor Ort. Ebenso hilfreich waren die vielfältigen persönlichen Kontakte, die im Rahmen der Workshops und Konferenzen aufgebaut werden konnten. Insbesondere die kleineren und ambitionierteren Austragungsorte wie Guimaraes, Aveiro, Braga oder Leiria unterstützten die Fanbetreuungsteams auf vorbildliche Art und Weise, nachdem sie sich bei den Konferenzen und Workshops von der Professionalität des FSI-Netzwerkes und von der Attraktivität und des Nutzens des Fans-Embassies-Konzeptes überzeugen konnten.

Die in das AGIS-Programm eingebundene Professorin für Soziologie, Salome Marivoet von der Universität in Coimbra, betonte in der Evaluation des Projektes auf Grund vieler Gespräche, die sie in Portugal mit betroffenen Institutionen und Personen geführt hat, den positiven Einfluss unseres Konzeptes auf die Umsetzung des Hospitality-Programmes im Austragungsland.

Internationale Konferenz + Workshops in hosting cities „good hosting, fewer problems“

Insbesondere die im Rahmen des AGIS-Projektes in Kooperation mit dem Goethe-Institut in Lissabon durchgeführte internationale Konferenz „Good Hosting, Fewer Problems“ sowie die in ausgewählten Städten durchgeführten Workshops gaben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den unterschiedlichsten Sparten der Organisation in Portugal die Möglichkeit, die Vorteile des Konzeptes für ihren eigenen Bereich kennen zu lernen. Auf dem Lissabonner, von Ines Cottinelli, der Leiterin des Organisationskomitees (OK) in Lissabon moderierten, Workshop, nahmen neben Vertretern und Vertreterinnen der wichtigsten portugiesischen Organisationen auch Regierungsvertreter aus England, Deutschland und den Niederlanden teil. Welche Kooperationsmöglichkeiten sich durch die Einbindung von fannahen Organisationen den lokalen OK’s bieten, soll an einem Beispiel kurz dokumentiert werden:

So traten beispielsweise die Verantwortlichen des portugiesischen Verkehrswesens unmittelbar im Anschluss an die Konferenz umgehend mit den FSI-Vertretern in Kontakt, deren Fanszenen in größerer Zahl an der Algarve übernachten würden, um die Problematik eines adäquaten Transportes zu und von den Spielorten zu besprechen. Über die jeweiligen Webseiten und mittels des englischen Fanzines „Free lions“ wurden die organisatorischen Details sowie die Nutzungsbedingungen der portugiesischen Bahn (Kapazitäten, Abfahrtszeiten und – orte, Preis, etc.) den vielen Fans vermittelt.

Als nach dem ersten Spiel mit englischer Beteiligung nach der Rückreise einige Probleme an den Ankunftsorten an der Algarve in diesem Bereich auftraten (4), konnten die im Rahmen der Vorbereitungskonferenz geschlossenen Kontakte sofort genutzt werden, um diese zu klären und die Organisation des Transportes beim nächsten Spiel zu optimieren.

Die Umsetzung vor Ort

Das gemeinsame Projekt von FARE und FSI zur Fan- und Zuschauerbetreuung bei der Europameisterschaft 2004 wurde insgesamt äußerst erfolgreich umgesetzt.

Das „Fans Embassy Work Programme“ von FARE/FSI hat mit Sicherheit einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der insgesamt ganz hervorragend verlaufenen Europameisterschaft 2004 gehabt.

Vor Ort arbeiteten sieben Fanbotschaftsteams - unterstützt von einem Koordinationsteam - die von ihren jeweiligen Fanszenen hervorragend angenommen wurden. Die Teams bestanden aus mindestens fünf, teilweise jedoch deutlich mehr, Mitgliedern. Das englische Team beispielsweise bestand aus 18 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, von denen vier speziell an der Algarve tätig waren, wusste man doch schon im Vorfeld, dass ein Grossteil der mehr als 50 000 englischen Zuschauer pro Spiel dort ihre Unterkunft haben würde. Aus diesem Grund war das gesamte FSI-Team zu jedem Zeitpunkt ausgezeichnet über die Auseinandersetzungen, die sich einige englische „Fußball“-Touristen mit der portugiesischen Polizei lieferten, im Bilde und konnte so auf angemessene Art und Weise die Relevanz für ihre Arbeit mit den eigenen Fanszenen vor Ort einschätzen. Auch war es möglich, die überzogene, teilweise unverantwortliche Berichterstattung der englischen Boulevardmedien zu relativieren.

An den Spieltagen besuchten immer mehrere tausend Fans der jeweiligen Nationen die Fan-Botschaften, um sich dort mit Informationen zu versorgen oder im Falle von Problemen beraten zu lassen. So trugen die Fans Embassies wesentlich zur Herstellung einer angemessenen Verhaltenssicherheit der Fans und Zuschauer bei und ebenso zu einem weitverbreiteten Gefühl des Willkommenseins innerhalb der jeweiligen Fanszenen. Alle sieben Fans-Embassy-Teams berichteten von außergewöhnlich positiven Rückmeldungen ihrer Anhänger zu den Aufenthaltsbedingungen für Fußballfans während der gesamten Europameisterschaft. Das FE-Team aus der Schweiz ermittelte in einer Umfrage während des gesamten Zeitraumes der Euro einen Wert von über 90% Zufriedenheit der schweizerischen Fans mit dem Angebot der Fans Embassy.

Besonders herauszuheben war die hervorragende internationale Kooperation zwischen allen FE-Teams an Spieltagen, bei denen Mannschaften aus den beteiligten Ländern gegeneinander spielten. So gab es einen äußerst engen Kontakt zwischen deutschen und niederländischen Fanarbeitern und überraschenderweise auch den Fans beim als Hochsicherheitsspiel deklarierten Aufeinandertreffen zwischen den Niederlanden und Deutschland. Beim Spiel England gegen die Schweiz organisierten beide Fans-Embassy-Teams ein Freundschaftsspiel zwischen englischen und schweizerischen Fans und bei den Aufeinandertreffen Schweiz-Frankreich und Deutschland-Tschechien gab es gemeinsame Fans Embassies für alle anwesenden Fans. Das italienische Team regte sogar an, in Porto eine ständige internationale Fans Embassie an der Ribeira zu organisieren, wo sich täglich hunderte von Fans aus allen Ländern über den weg liefen, was jedoch an den leider nicht vorhandenen personellen und technischen Kapazitäten und der mangelnden Kooperation der Stadt Porto scheiterte.

Diese enge internationale Kooperation unterstützte unseres Erachtens insgesamt ein freundliches und an anderen Ländern interessiertes Fanverhalten und stand einem übergroßen Nationalchauvinismus entgegen.

Die Berichte der einzelnen Teams aus Italien, England, Tschechien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und des Beobachtungsteams aus Österreich zum Verlauf der Maßnahme aus der jeweiligen nationalen Perspektive finden sich im Anschluss an Bericht.

Auch die Einbindung der antirassistischen Initiativen im Rahmen spezifischer Spielpaarungen funktionierte aus der Perspektive von FSI hervorragend. (siehe den gesonderten Bericht von FARE weiter hinten in diesem Report)

Hervorzuheben ist, dass es in keinem Fall zu negativen Äußerungen aus den Fanszenen hinsichtlich der Integration von antirassistischen Projekten gekommen ist. Ganz im Gegenteil: Insbesondere wenn die Streetkick-Anlage, organisiert von „Football Unites, Racism Divides“ (FURD), räumlich eng an die Fanbotschaften angebunden war (Beispiele: Deutschland-Niederlande, England-Kroatien, Deutschland-Tschechien), war die Stimmung unter den Fans am Positivsten.

Die von den Fans Embassy -Teams vorbereiteten und produzierten Fan-Guides in den jeweiligen Landessprachen erfuhren auf Grund ihrer Szenenkenntnis und -nähe breiteste Akzeptanz bei den jeweiligen Zielgruppen. Aus Deutschland wurde mittlerweile bekannt, dass das Organisationskomitee der Weltmeisterschaft 2006 die KOS beauftragen möchte, basierend auf den hervorragenden Erfahrungen mit dem Fan-Guide in Portugal, einen ähnlichen fannahen Ratgeber für alle Fans, die 2006 nach Deutschland kommen werden, zu produzieren.

Auch die von einigen Fans Embassy-Teams unterhaltenen tagesaktuellen Webseiten zur Unterstützung der Arbeit vor Ort erfuhren eine große Resonanz. In den Gästebüchern sparten die Fans nicht mit Lob über die Arbeit der Fans Embassies.

Als eine positive Erweiterung des Konzeptes kann die Unterhaltung einer 24 Stunden-helpline durch die Mehrzahl der Fans Embassy - Teams angesehen werden. Einmal bekannt, wurden diese von den jeweiligen Fanszenen rege in Anspruch genommen. Durch die Möglichkeit, ganz kurzfristig und unproblematisch mit den Fanbetreuungsteams aus dem jeweiligen Land im Falle von Problemen in Kontakt treten zu können, wurden viele potentiell konfliktträchtige Situationen schon im Ansatz entschärft und gelöst. Während der für das FSI-Team aus Deutschland, auf Grund des Ausscheidens der Nationalmannschaft nur zwei Wochen dauernden Europameisterschaft, nutzten beispielsweise mehr als 1000 Fans diese Nummer, um sich kurzfristig Rat zu holen.

Die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern

Lokale Institutionen

Eine soziale Fanbetreuung und die Arbeit der Fans Embassies kann nur dann ihre positive Wirkung voll entfalten, wenn sie in Anerkennung und Akzeptanz ihrer spezifischen konzeptionellen Herangehensweise umfassend in die Organisation der Gesamtveranstaltung eingebunden ist.

Das war auf Grund der spezifischen Situation in Portugal bedauerlicherweise nicht optimal möglich, jedoch erfuhr die Arbeit von FSI eine wohlwollende Unterstützung durch eine Reihe von portugiesischen Dachorganisationen, die es FSI ermöglichte, die Konzepte der Fanbetreuung in die Spielorte zu tragen.

Eine große und unverzichtbare Hilfe stellte in diesem Zusammenhang die offizielle Unterstützung durch die UEFA dar. Die europäische Familie des Fußballs stellte sich so hinter die Idee der Fans Embassies und hinter das Konzept einer offensiven Politik der Gastfreundschaft, welches auch die vielen in das Austragungsland reisenden Fans mit einbezieht.

Wie schon erwähnt, war jedoch die Idee einer sozialen Fanbetreuung im Austragungsland Portugal bisher kaum bekannt.

Bei der Euro 2004 stellte es daher aus organisatorischer Perspektive einen strukturellen Mangel dar, dass es keine adäquate Fanorganisation in Portugal gab, welche die Vorbereitungs- und Umsetzungsgespräche für FSI vor Ort hätte führen können. So beruhte die Zusammenarbeit von FSI mit den lokalen Institutionen größtenteils auf einer top-down Strategie, in dem die nationalen portugiesischen Institutionen, (Polizei, Tourismus, Transport etc.) die auf den internationalen Konferenzen das Konzept der sozialen Fanbetreuung bei internationalen Turnieren kennen gelernt hatten, dies in die lokalen Kommunen transportierten.

Den Rückmeldungen nach der Euro zu Folge gehen wir davon aus, dass das gemeinsame FSI/FARE Konzept der Fans Embassies so überzeugend und attraktiv war, dass sich schließlich alle Austragungsorte an der Arbeit der FE’s vor Ort aktiv beteiligten.

Hervorzuheben in diesem Bericht sind insbesondere die Anstrengungen der kleineren Städte wie Leiria, Guimaraes, Braga oder auch Aveiro. Hier erfuhren unsere Teams eine außerordentlich gute und zuverlässige Unterstützung durch die lokalen Behörden. So wurden die Fans Embassies immer an den gewünschten zentralen Plätzen platziert und erfuhren die Teams die notwendige infrastrukturelle Unterstützung durch zuverlässige und kontinuierliche Ansprechpartner in den Kommunen.

Schwieriger gestaltete sich die Situation in Porto und Lissabon, da dort die kommunalen Entscheidungswege wesentlich länger waren. Ganz sicher wurden zu Beginn des Turniers viele Entscheidungen in diesen beiden Städten auch von der Tatsache beeinflusst, dass England und Deutschland, die beiden Länder mit der wohl größten Hooliganproblematik, fünf ihrer sechs Gruppenspiele hier austrugen.

Absolut positiv hervorzuheben in Lissabon war die Abstellung eines städtischen Mitarbeiters/einer städtischen Mitarbeiterin für jedes Fans Embassy – Team. So war die notwendige Kommunikation zur Kommune gesichert. Während zu Beginn des Turniers Sicherheitsbedenken bezüglich befürchteter gewalttätiger Ausschreitungen einige Entscheidungen in Lissabon zu Ungunsten der FE’s beeinflussten – so wurde beim Spiel Frankreich gegen England die französische Fanbotschaft weit abseits der Stadtmitte platziert und konnte so nicht von den französischen Fans gefunden werden – veränderte sich dies im Laufe des Turniers grundlegend.

Beispielsweise zog der in Lissabon verantwortliche Polizeichef Deputy Intendent Gouveia von der PSP seine Sicherheitsbedenken „auf Grund der hervorragenden Arbeit der Fans Embassies“ nach einer Woche zurück und gestattete von nun an den Aufbau der FARE streetkick-Anlage in der unmittelbaren Nachbarschaft der FE’s. Die wunderbare Atmosphäre auf dem Praca Figueira und dem Praca Rossio bei den Spielen England – Kroatien und Tschechien – Deutschland (5) gaben dieser Entscheidung noch im Nachhinein recht.

In Porto war die Kommunikation mit den lokalen Behörden schwieriger weil hier ein stetiger kommunaler Ansprechpartner leider nicht abgestellt wurde. Obwohl FSI vor Turnierbeginn durch die Stadt Porto ein ausgerüstetes Büro zugesagt wurde, stand dies bedauerlicherweise erst nach einer Woche zur Verfügung und erfüllte dann leider auch nicht die räumlichen und technischen Notwendigkeiten für unsere Arbeit. Bedauerlicherweise muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden, das die Kommunikation mit der Kommune in Porto aus der Perspektive von FSI verbesserungswürdig gewesen wäre. So musste FSI die – äußerst spartanische - Einrichtung des Büros schließlich selbst bezahlen, ansonsten würden wir wahrscheinlich heute noch versuchen, einen Termin mit dem Verantwortlichen zu bekommen.

Aber insgesamt waren aus der Perspektive der Fans und Besucher die Aufenthaltsbedingungen auch in diesen beiden Städten sehr gut.

Polizei

Die Arbeit der portugiesischen Sicherheitsbehörden während der Europameisterschaft kann aus Sicht von FSI nur gelobt werden. Die Ankündigungen im Vorfeld, durch eine zurückhaltende polizeiliche Präsenz in der Öffentlichkeit die gastfreundliche Atmosphäre zu unterstützen, wurde, anders als im Jahr 2000 in Belgien, eindrucksvoll umgesetzt.

Bei der Euro 2000 wurden alleine in Belgien mehr als 1000 Fußballfans festgenommen und knapp 500 ausgeflogen und dominierten Wasserwerfer das Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit. In Lissabon, Guimaraes und den anderen Austragungsorten in Portugal waren es gemeinsam mit den Portugiesen singende und feiernde Fans.

Die hervorragenden Kritiken, die Portugal als Ausrichter der Euro weltweit bekam, sind zu einem großen Teil auch auf die intelligente und zurückhaltende Polizeiarbeit zurückzuführen.

Selbst die Sicherheitsorganen in der Regel kritisch gegenüberstehenden Fans gaben der portugiesischen Polizei hervorragende Noten, wie alle sieben FSI-Teams übereinstimmend berichteten.

Die Kommunikation mit den jeweiligen Polizeieinsatzkräften in den Spielorten war unproblematisch und der Situation angemessen, sowie von hohem gegenseitigen Respekt getragen.

Wir glauben, dass die portugiesischen Polizeikräfte, da sie in der Praxis, ähnlich wie die Fanbetreuer, sehr direkt mit Fanverhalten konfrontiert werden, schnell die Vorteile der Arbeit der Fans Embassies für die Polizeiarbeit begriffen haben. Wenn Fans sich insgesamt gut und respektvoll behandelt fühlen, reagieren sie in der Regel eher verständnisvoll auf polizeiliche Maßnahmen. Wenn Fans als Störpotential wahrgenommen und auch so behandelt werden, sind für Sicherheitsmaßnahmen wesentlich schlechter ansprechbar. Gerade vor dem Hintergrund der Gefahr terroristischer Anschläge und den damit verbundenen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen war die von der portugiesischen Polizei eingesetzte Strategie gut gewählt. In allen Fan-Guides wiesen auch die Fans Embassy – Teams schon im Vorfeld auf Gefahr terroristischer Anschläge und die damit verbundenen Sicherheitsvorkehrungen hin und warben in ihren Fanszenen um Verständnis für derartige polizeiliche Maßnahmen.

Der durch Deputy Intendent Gouveia nach einer Woche doch noch genehmigte Aufbau der FARE-streetkick Anlage auf einem zentralen Platz in Lissabon, kann ganz allgemein als ein Beleg für die gegenseitige Wertschätzung der jeweiligen Arbeit interpretiert werden.

Insbesondere weil damit eine Abkehr von der ursprünglichen Polizeistrategie in Lissabon verbunden war, die die streetkick-Anlage aus Sicherheitsgründen in der Nähe des Stadions platziert haben wollte. Aber durch, so das Zitat von Herrn Gouveia: „die hervorragende tägliche Arbeit der Fans Embassies“ konnten die ursprünglichen Sicherheitsbedenken entkräftet werden.

UEFA

Zum überwiegenden Teil konnte die Arbeit der FE’s in Portugal nur auf Grund der finanziellen Unterstützung durch die UEFA geleistet werden. Hierfür gebührt dem europäischen Fußballdachverband unser Dank und höchste Anerkennung. Zwar genießen einige der Teams (6) das Privileg aus ihren Ländern für die internationale Arbeit finanziell gefördert zu werden, jedoch wäre die beeindruckende Zusammenarbeit von acht Teams aus acht unterschiedlichen Ländern (incl. Beobachtungsteam aus Österreich) ohne die Unterstützung der UEFA nicht möglich gewesen.

Positiv ist in dem Zusammenhang der Vertrauensvorschuss zu erwähnen, den die UEFA dem Konzept der Fans Embassies gewährte. Der Erfolg der Euro 2004 gibt dieser Entscheidung Recht.

Wir sind darüber hinaus jedoch der Auffassung, dass sich unser Engagement nicht nur für die Fans aus diesen acht Ländern sondern auch für die UEFA mehr als ausgezahlt hat.

Der Kontakt zur UEFA bzw. dem Euro 2004 Organisationskomitee war leider kein kontinuierlicher sondern leider nur ein eher punktueller.

In einem kurzfristig anberaumten Meeting mit Martin Kallen vom Euro 2004 OK konnte eine FARE/FSI Delegation wenigstens dort ihr Konzept für die Euro kurz vorstellen und das Procedere der weiteren Zusammenarbeit während der Euro verabreden.

FSI übermittelte sowohl der UEFA als auch dem Euro 2004 Organisationskomitee unter Martin Kallen zwei umfassende Zwischenberichte während der Europameisterschaft zur Arbeit der FE’s und zeigte in diesen potentiell kritische Situationen auf, welche sich hauptsächlich auf die Organisation der Fanbewegungen rund um die Stadien bezogen.(7)

Aus der Perspektive von FSI sind in der Zusammenarbeit mit der UEFA zwei Punkte kritisch anzumerken:

Zum einen wäre es wichtig gewesen, alle Fans Embassy – Mitarbeiter mit offiziellen Akkreditierungen der Euro 2004 auszustatten. Aus Erfahrung vergangener Turniere wissen wir, wie wichtig eine offizielle Legitimation in krisenhaften Situationen, die sich sowohl vor dem Stadion als auch im Stadion zutragen können, ist. Nur mit einer offiziellen Legitimation durch die Veranstalter können das know-how und die Erfahrung der internationalen Fanarbeiter sinnvoll eingesetzt werden. Ohne offizielle Akkreditierung werden sinnvolle und notwendige Initiativen zur Konfliktvermeidung bzw. Konfliktschlichtung der Fanarbeiter unmöglich gemacht oder beispielsweise durch die Sicherheitskräfte zu häufig unterbunden.

Der zweite aus Sicht von FSI kritisch anzumerkende Punkt bezieht sich auf den Kontakt zu verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der UEFA. Dieser war leider nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Wir würden uns für zukünftige Maßnahmen einen engeren Austausch vor und während des Turniers wünschen, um unsere gesamten Maßnahmen zu optimieren. Insbesondere wäre es in diesem Zusammenhang wichtig gewesen, die Marketingabteilung der UEFA über bestimmte Publikationen (Fan-Guides, Fanzines) der FSI-Teams zu informieren, damit nicht, wie vorgefallen, die Verteilung dieser für die Information unserer Fans so wichtigen Broschüren auf öffentlichen Plätzen durch die UEFA unterbunden wird.

Ganz sicher ist die Vielzahl von potenziell möglichen Kooperationen und Projekten zwischen der UEFA und FSI bei weitem noch nicht ausgeschöpft, die zur Verbesserung der Atmosphäre während eines solchen Turniers beitragen können.

Auslandsvertretungen der Länder

Das Verhalten von Fußballfans ruft insbesondere während großer Turniere ein riesiges mediales Interesse hervor.(8) Die Mechanismen des Marktes führen in der Regel bedauerlicherweise zu einem übertriebenen Interesse an negativen Vorfällen.

Das Verhalten der Fußballfans kann in dieser Zeit sehr leicht eine internationale politische Dimension bekommen.

Auch während der Euro in Portugal musste sich mindestens ein Staatschef zum Auftreten seiner Landsleute äußern, nämlich Tony Blair zu den Vorfällen an der Algarve.

Faktisch jedoch stehen die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Albufeira, in die einige englische Staatsbürger involviert waren, aus unserer Perspektive in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Relevanz für die Sicherheitslage während der Euro 2004. Durch die übertriebene Berichterstattung der Boulevardmedien werden sie meistens viel größer gemacht als sie ursprünglich waren. Im Schatten derartiger Vorfälle wird das hervorragende Auftreten von 99,9% der übrigen Besucher der Europameisterschaft bedauerlicherweise nicht mehr wahrgenommen.

Die Arbeit der Fans Embassies bietet hier eine hervorragende Möglichkeit der stereotypen, auf negative Aspekte reduzierten, Berichterstattung über Fußballfans positive Sichtweisen entgegenzusetzen.

Die Auslandsvertretungen der beteiligten Länder entdecken verstärkt dieses Potenzial und dementsprechend verbessert sich auch die Unterstützung der nationalen FE – Teams. Alle sieben vor Ort arbeitenden Teams genossen die Unterstützung der jeweiligen offiziellen Landesbotschaft. Das italienische, englische und schweizerische FE - Team wurden sogar zum offiziellen Empfang der jeweiligen Nationalmannschaften eingeladen.

Der Botschafter der Niederlande, Teilnehmer an der AGIS-Konferenz ließ es sich schließlich nicht nehmen, dem deutschen und dem niederländischen FE – Team nach dem Spiel beider Länder in tiefer Nacht an der Ribeira in Porto für die geleistete Arbeit zu danken.

Jedoch ganz besonders heraus- und als ein generelles Modell hervorzuheben ist die Arbeit der englischen Botschaft in Portugal. Mit Gary Fisher wurde von der englischen Regierung mehr als ein Jahr vor Beginn des Turniers ein offizieller „Football-Ambassador“ eingestellt, der sich ausschließlich um die Europameisterschaft in Portugal kümmerte. Gary Fisher war immer ansprechbar, an allen Themen, Fans betreffend interessiert und absolut zuverlässig in der Zusammenarbeit und im Austausch von Informationen. Natürlich galt sein Interesse in erster Linie den englischen Besuchern der Euro, doch ließ er, wann immer es möglich war, die anderen Partner an seiner Arbeit teilhaben. Durch seinen offiziellen Status als Vertreter der englischen Regierung öffneten sich für ihn viele Türen, die FSI in Portugal leider verschlossen blieben.

Auf der Ebene der Ländervertretungen der beteiligten Nationen führte seine Arbeit schon im Vorfeld zu einer deutlich verstärkten Kommunikation über Fanverhalten und die adäquaten Reaktionen.

Von seiner hervorragenden, umsichtigen Arbeit vor und während der Euro profitierte jedes einzelne FE – Team. Es wäre aus Perspektive von FSI mehr als wünschenswert, wenn auch andere Regierungen zukünftig diesem positiven Beispiel folgen würden.

Ticketing

Denmark v Italy, in Guimaraes: 15000 seats not taken. Only one of many examples of flawed ticketing during EURO 2004 in Portugal. The same problem existed with matches hosting nations who constantly bring a huge group of fans with them. For the match Germany vs. Latvia in Porto, nearly one in every three seats were not taken. Even during the EURO host nation’s match, Portugal vs. Russia, located in the capital Lisboa, there were 6000 seats vacant.

So where was the error in the system? No one could seriously say that there were not enough fans interested in the matches. Actually 1.2 million tickets for the 31 matches were sold before the opening. So EURO 2004 was officially “sold out”. The question is: who is buying tickets but not using them, despite the excellent football, good hosting and nice weather?

Which persons and institutions got the tickets in the pre-sale? 20 % went to the football associations of the teams participating in each game. Other tickets were distributed via the UEFA website. This sale was initiated even before the EURO 2004 match schedule was finalised. Fans from all over Europe had to decide whether or not to buy tickets not knowing whether or not their team is involved in the match concerned, or has even qualified for EURO 2004. Several thousand other tickets were reserved for officials, sponsors, and VIPs. The rest were for the Portuguese market.

What seats were not taken during EURO 2004, and what tickets were on the black market? We are convinced that “normal” football fans were not the problem. Of course there were some fans who tried to sell tickets they had bought some months before. Maybe their plans changed because of work or family problems, or friends couldn`t join them, or their team was not taking part in the match for which they had tickets. Also in a relatively poor country like Portugal, there may have been people who tried to sell one or two tickets to make some money. But those fans and citizens were not responsible for the thousands of vacant seats during EURO 2004.

Our experiences, drawn also from previous football tournaments, have been that the culprits are national football associations not selling their tickets to their fans and not giving back tickets to the UEFA, sponsors not distributing their tickets to football fans and professional black market dealers.

What happened on the black market for EURO 2004? In spite of the fact that selling and buying tickets was illegal under Portuguese and international law, there were tickets available via the internet and newspapers all over Europe. Even during the tournament in Portugal you could easily buy tickets on the streets for all matches. In a lot of places this happened even as the police looked on. Only from time to time did special police forces catch and arrest individuals offering tickets. So far as we and our colleagues from the different international FSI teams saw or learnt, most of the people arrested in this way persons were not professional dealers. In the majority of cases, it was “normal” foreign football fans with one or two tickets in their hands who were caught.

These fans were brought to court and accused, and then after one or two days in custody they were fined up to €1500 and deported. Hardly any of these fans had, during the course of their court trials, access to their embassies, a translator, a serious defence or the testimony of witnesses independent of the police. In some cases not even family or friends knew for days what was happening to them. Protests undertaken by various embassies, national football associations, the FSI, the media and others failed to change that procedure.

What could be different and better in ticketing policies for future football tournaments? Of course most of the tickets should be reserved for football fans, and allocated only after the fixture schedule is finalised. Those national football associations who do not selling all their tickets to fans and who do not return unsold tickets to the hosting organisation should be excluded from selling. More control should be exercised over the final destination of tickets issued to sponsors.

For those football fans needing to exchange or return their tickets, we need official agencies at home and also in the hosting country. Tickets given back to the hosting organisation should be redistributed again for football fans. Football fans should not any longer be forced to use the black market.

That way the police and the justice system could concentrate their power against professional black market dealers. Tickets confiscated from that market should go back into the regular market for football fans. In future, let’s have tournaments where the spectators are football fans and not one seat is vacant!

Zur Entwicklung des Zuschauerverhaltens bei großen internationalen Turnieren

Gewalt/Rassismus/Rechtsextremismus

Die Fußballeuropameisterschaft 1996 in England glänzte mit tollen Fußballspielen und einer das ganze Land erfassenden, fantastischen fußballdominierten Atmosphäre auf den Rängen und in den Städten. Die Hymne der Euro 96 „Football’s coming home“ von Baddiel&Skinner gab dieser Stimmung seinen vereinenden melodiösen Ausdruck.
Im Vorfeld dominierten damals jedoch Befürchtungen und Diskussionen über die zu erwartenden gewalttätigen Ausschreitungen der Hooligans. Kaum jemand konnte sich vorstellen, dass eine Fußball-Europameisterschaft im „Vaterland des Hooliganismus“ ohne Probleme über die Bühne gehen könnte. Die mutige Entscheidung des englischen Organisationskomitees, zum ersten Mal umfassend Fans und fannahe Experten in die Organisation verantwortlich mit einzubeziehen verdient noch heute im Rückblick höchste Anerkennung. Zum ersten Mal standen damals den Fußballfans aus allen Ländern in jeder Stadt Fans Embassies zur Verfügung und erhielten die Fans, egal ob sie aus Russland oder aus Frankreich anreisten, relevante Informationen in ihrer Landessprache. Die Football Supporters Association (FSA), die heutige FSF, war offizieller Partner des englischen OK, Mitglied in allen relevanten Arbeitsgruppen und organisierte Fan-Guides in 12 verschiedenen Sprachen für die anreisenden Fans.

Seit England 1996, spätestens aber seit der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich, ist ein deutlich verändertes Fanverhalten bei den großen Events des internationalen Fußballs zu erkennen. Die Zahl derer, die unabhängig davon, ob sie im Vorfeld des Turniers eine Eintrittskarte erstehen konnten, in das Austragungsland reisen und vor Ort dennoch irgendwie am Event teilnehmen wollen, ist sprunghaft gestiegen. Damit einhergehend auch die Anforderungen an die Organisatoren der Veranstaltungen, insbesondere an die Austragungsstädte. Diese Kommunen müssen nun verstärkt Vorbereitungen treffen, damit sich jene Fans, die es nicht in die Stadien schaffen, dennoch als Teil der Veranstaltung fühlen können. Lag zum Beispiel 1990 die Zahl der Fans, die seinerzeit die englische Nationalmannschaft nach Italien zur WM begleiteten bei 3000 bis 5000, so waren es schon 1998 in Frankreich im Schnitt mindestens 35000 – 40000 und 2004 in Portugal noch einmal mehr, nämlich um die 50 000 englische Fans, die später das Ausscheiden im Viertelfinale gegen Portugal hinnehmen mussten.

Vor diesem Hintergrund sind die gestiegenen organisatorischen Anforderungen hinsichtlich Transport, Unterkunft, Sicherheit und Rahmenprogramm offensichtlich. Es genügt sicher nicht mehr, die Spiele in den Stadien reibungslos stattfinden zu lassen, auch in den Städten sind die Organisatoren zunehmend gefordert.

Als bemerkenswerteste, mittlerweile unverzichtbare, Neuerung kann hier das sogenannte public viewing genannt werden. Was mittlerweile zum unbedingt nötigen Repertoire innerhalb des Rahmenprogramms zählt, stand noch 1998 in Frankreich täglich zur Diskussion. Nur in Paris, Marseille und Montpellier gab es seinerzeit Großbildleinwände für den großen kartenlosen Rest der Fußballfans, die am Spiel in einer gemeinschaftlichen Atmosphäre mit anderen Fans teilhaben wollten.

In Portugal war die Versorgung mit Großbildleinwänden insgesamt gut gelöst. In jedem Spielort gab es mindestens eine Möglichkeit, auf diese Art und Weise die Spiele zu verfolgen. In Lissabon wurden auf Grund organisatorischer Mängel leider nicht die möglichen Kapazitäten ausgeschöpft. Die von der UEFA auf dem Expo-Gelände organisierte Großbildleinwand war insbesondere zu Spielen der portugiesischen Mannschaft ein großer Erfolg, während die zweite, sich im Monsanto-Park befindliche, ein Schattendasein fristete. Viel zu wenig Werbung und eine extrem umständliche Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr führten dazu, dass beispielsweise beim Top-Spiel zwischen Tschechien und den Niederlanden sich nur 8 Personen vor der Leinwand einfanden.

Positiv war darüber hinaus, dass Spielorte, die ihr Programm schon abgeschlossen hatten, dennoch weiter diesen Service boten. So versammelten sich beispielsweise zum Endspiel mehrere 10000 Menschen in Coimbra, um gemeinsam mit den Mannschaften zu zittern.

Das Thema Gewalt betreffend beobachtet FSI in den letzten 15 Jahren einen insgesamt positiven Trend. Der überwiegende Teil der Fans hat gewalttätige Auseinandersetzungen im Rahmen von Fußballspielen sowieso schon immer abgelehnt. Oftmals stand man aber noch in den 90er Jahren der Gewalt der eigenen Hooligans relativ machtlos gegenüber. Viel schlimmer noch: durch undifferenzierte Polizeistrategien, die in der Regel alle Fußballfans als potentielle Störer behandelten, gab es häufig unerwünschte Solidarisierungseffekte mit den Aktionen der Hooligans. „Wenn wir alle hier unfreundlich behandelt werden, dann können wir uns auch alle unfreundlich verhalten“ ist ein in solchen Situationen oft feststellbare Reaktion von im Grunde genommen friedlichen Fans. Ein Resultat, das in seiner Konsequenz niemand wollen kann.

Das Konzept der Fanbetreuung von FSI ermöglicht an dieser Stelle zwei zentrale potenzielle Effekte. Zum einen wird über die Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen einer offensiven Gastfreundschaft eine positive Perspektive auf Fußballfans möglich. Immerhin sind sie diejenigen, die neben den Spielern, die Atmosphäre beim Fußball maßgeblich mitbestimmen. Diese positive Herangehensweise erleichtert fan- und zuschauerfreundliche Entscheidungen, sei es in der Kommune, sei es direkt im Stadion, sei es beim Transport zu den Spielorten.

Der zweite hier zu nennende Effekt baut auf dem ersten auf. In einem fanfreundlichen Umfeld können sich Fußballfans wesentlich leichter positiv präsentieren und sich so von gewalttätigem und/oder rassistischem Verhalten distanzieren.

Dieser positiven Entwicklung, deutlich erkennbar am Erfolg der letzten beiden großen Turniere in Japan/Südkorea und Portugal, schließt sich eine Entwicklung in den meisten mitteleuropäischen Fußballländern an. Dort hat die Zahl der gewalttätigen Auseinandersetzungen, ihre Intensität und die Zahl der in Mitleidenschaft gezogenen unbeteiligten Zuschauer relevant abgenommen. Gleichzeitig hat sich die generelle Atmosphäre bei den nationalen Ligaspielen deutlich verbessert, sind die Zuschauerzahlen explodiert und besuchen deutlich mehr weibliche Zuschauer als früher die Stadien.

Ohne die erschreckenden Vorfälle 1998 Frankreich vergessen zu wollen, als englische Zuschauer sich mehrmals an gewalttätigen Auseinandersetzungen beteiligten und deutsche Hooligans den französischen Gendarmen Daniel Nivel lebensgefährlich verletzten, unterstreichen die beiden letzten großen Turniere in Japan/Südkorea und in Portugal diesen allgemeinen begrüßenswerten Trend. Beispiel England: Bei beiden Turnieren konnten in Anbetracht der Massen an englischen Fans, die die Mühe auf sich nahmen, „ihre“ Elf in Asien und in Portugal zu unterstützen, von allen Seiten nur Komplimente für ihr Auftreten gemacht werden. Womöglich wäre es eine Option für UEFA, den Druck auf den englischen Fußballverband etwas zurück zu nehmen, damit sich zukünftige Handlungsoptionen nicht zu sehr verengen.

Sicherlich gibt es in England wie auch in anderen Ländern noch eine Hooliganproblematik, jedoch sollte die langfristige positive Entwicklung auf diesem Feld, genug Ansporn sein, die Politik der Integration von Fußballfans oder fannaher Organisationen in die Durchführung großer Turniere zu intensivieren.

Ähnlich sieht es aus Sicht von FSI beim Thema Rassismus aus. Auch hier konstatieren alle sieben FE – Teams im Kontext der letzten 15 Jahre einen generellen Trend zum Besseren. Sicher gab es auch in Portugal innerhalb der jeweiligen Kurven teilweise rassistische, sexistische oder auch homophobe Äußerungen oder Handlungsweisen. Insbesondere die massiven antideutschen Gesänge großer Teile der englischen Fans sind in Portugal negativ aufgefallen. Ebenso gab es innerhalb anderer nationaler Fanszenen (bspw. Italien, Deutschland, Spanien, Kroatien) kleinere Gruppen, die der Rechten zuzuordnen waren oder gewalttätigen Auseinandersetzungen nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüber stehen. Doch in Relation gesetzt zur Situation vor 15 Jahren überwiegt eindeutig der positive Trend. Wenn in einer Gruppe von 10000 Fußballfans, einer einen Hitler-Gruß zeigt, so ist das zwar deutlich zu verurteilen, doch halten wir es insgesamt für kontraproduktiv, wenn darüber hinaus das erwähnenswert gute Auftreten der Fans jener Nationalmannschaft nicht wahrgenommen würde. So wichtig es ist, diskriminierendem Verhalten, seien es Fans, Funktionäre oder Spieler, die hier negativ auffallen, deutlich entgegenzutreten, die Unterstützung der genuinen Fans darf darunter nicht leiden. Vielmehr müssen sie der wichtigste Verbündete im Kampf gegen Rassismus und Gewalt sein. Vor diesem Hintergrund entfaltet die enge Kooperation zwischen FARE und FSI ihren ganz spezifischen Nutzen für die generelle Arbeit mit Fußballfans im Kontext internationaler Turniere. Zum einen wird deutlich gemacht, dass Rassismus, Sexismus und Gewalt beim Fußball nicht geduldet und toleriert werden, die anreisenden Fans aber dennoch mit entsprechenden Maßnahmen der Fanbetreuung als Gäste begrüßt werden. Die Umsetzung dieser Philosophie in Portugal u.a. durch die Bereitstellung der Fans Embassies hat sicher zum großen Erfolg dieser europäischen Meisterschaft beigetragen, bei der es keine einzige nennenswerte gewalttätige Auseinandersetzung gegeben hat.

Sorge bereitet uns jedoch die Entwicklung in einigen Ländern des europäischen Ostens. In Anbetracht einer dramatischen Verschlechterung der Lebensverhältnisse vieler junger Menschen, treten verstärkt Gewalt sowie rassistische und antisemitische Verhaltensweisen von Fans im Umfeld von Fußballspielen auf. Noch werden die jeweiligen Nationalmannschaften nicht von diesem Potential zu großen internationalen Turnieren begleitet, dennoch gilt es die Entwicklung sorgfältig im Auge zu behalten.

Zum Abschluss sei aber noch eine letzte, aus der Perspektive von FSI, positive Entwicklung erwähnt.

Seit der Weltmeisterschaft 1994 ist zu beobachten, dass die strikte Sektorentrennung in den Stadien etwas nachlässt. Durch das Auftauchen einer Vielzahl von Sponsorentickets oder Eintrittskarten aus dem Reservoir verschiedener Fußballlandesverbände auf dem Schwarzmarkt kommt es auf den Rängen zu einer freundlichen Vermischung von wirklichen Fußballfans aus unterschiedlichen Ländern, was die vielen Kameraschwenks über die Tribünen belegen. Gleiches fand in Portugal täglich in den Städten und auf den Plätzen statt. Keine Fantrennung, sondern Fanbegegnung – das macht den Fußball aus, dafür sollte er Synonym sein!

Fazit und Ausblick

Die Fußballeuropameisterschaft 2004 in Portugal war in allen Belangen ein wunderbarer Erfolg. Sie war ganz bestimmt die Europameisterschaft, bei der Fußballfans aus aller Herren Länder die bisher besten Aufenthaltsbedingungen vorgefunden haben. Dazu gehört natürlich das Land Portugal als Urlaubsziel mit seinen sehr angenehmen Wetterbedingungen und einer entsprechenden touristischen Infrastruktur. Aber auch das von der UEFA mitfinanzierte Fans Embassy Work Programme von FARE/FSI hat zu diesem Erfolg seinen Anteil beigetragen.

Bedauerlicherweise genießen viele Fußballverbände bei vielen Fußballfans nicht den besten Ruf. Eine große Kluft zwischen Fans, Spielern und Verbänden hat sich in den letzten Jahren aufgetan.

Dieses Programm war mit Sicherheit ein erster Schritt auf dem langen Weg, das gegenseitige Verhältnis langfristig zu verbessern. Viele unserer Fans, die an die Fans Embassies kamen, reagierten erstaunt, aber auch hocherfreut, wenn sie vom Engagement der UEFA für die wirklichen Interessen der Fans erfuhren.

Vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen aus Portugal hoffen wir daher sehr, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der UEFA und dem FSI-Netzwerk im Hinblick auf die kommende Fußballeuropameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz intensiviert. Um im Jahr 2008 in beiden Ländern auf erfahrene Partnerorganisationen auf dem Feld der professionellen Arbeit mit Fußballfans zurückgreifen zu können, hatten wir daher noch ein Beobachtungsteam aus Österreich in die Arbeit vor Ort eingebunden. Die Fanarbeit aus der Schweiz ist ja bekanntlich schon seit Jahren fester Bestandteil von FSI und heute bereits offiziell in die Organisation der Euro 2008 in der Schweiz verantwortlich eingebunden.

Selbstverständlich wird die kommende Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ein äußerst wichtiger Meilenstein auf dem weiteren Weg zur Etablierung fanfreundlicher Aufenthaltsbedingungen bei Welt- und Europameisterschaften. Die organisatorischen Ausgangsbedingungen im europäischen Kernland Deutschland sind sicher andere als in einem Urlaubsland am äußersten Südwesten Europas. Dennoch steht heute schon fest, dass über die KOS in allen 12 deutschen Austragungsorten stationäre Fans Embassies organisiert werden, die zusätzlich durch die mobilen FSI Fans Embassies ergänzt werden. Trotz dieser positiven strukturellen Ausgangsbedingungen gilt es dennoch, nicht mit den Anstrengungen nachzulassen, damit sich die Fußballfans in Deutschland wirklich „zu Gast bei Freunden“ fühlen werden, wie es das offizielle Motto der WM 2006 verspricht. Denn um eine insgesamt freundliche Atmosphäre im Austragungsland zu erreichen bedarf es der Anstrengungen wirklich aller an der Organisation eines derartig großen Turniers beteiligten Institutionen und gesellschaftlichen Kräfte und für die Fans mehr Beteiligung als nur eine Konsumentenrolle oder als „Sicherheitsproblem“.

Für FSI stellt der weitere Ausbau des Netzwerkes den Aufgabenschwerpunkt für die nähere Zukunft dar. Insbesondere wollen wir in Anbetracht der skizzierten Entwicklung im Osten Europas versuchen, adäquate Partner dort aufzubauen, die unseren inhaltlichen und konzeptionellen Standards entsprechen. Die Arbeit von FSI bewegt sich auf einem für die Partner transparenten und verlässlichen Niveau, welches weiter ausgebaut werden soll. Alle zukünftigen Partner von FSI müssen den konzeptionellen inhaltlichen Mindeststandards entsprechen.

In Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen FSI und UEFA wäre – im Falle eines gegenseitigen Interesses an einer Fortsetzung – vor der Europameisterschaft 2008 ein direkter, verlässlicher und konkret strukturierter Kontakt zwischen den beiden Partnern wünschenswert.

Viele positive Synergieeffekt liegen noch brach, es wäre im Sinne des Fußballs fahrlässig, diese nicht zu nutzen. FSI hätte ein sehr großes Interesse dies gemeinsam mit der UEFA zu entwickeln.

Michael Gabriel, Carlo Balestri, Illya Jongeneel für FSI

Frankfurt, Bologna, London, Prag, Zürich, Marseille, Deventer
Oktober 2004


  1. Dazu als Beobachtungsteam zwei Aktivisten eines Fan-Projektes aus Innsbruck, Österreich.

  2. Erstmals im Auftrage der niederländischen Regierung verantwortet und umgesetzt durch Eurosupport bei der Europameisterschaft 2000 in den Niederlanden

  3. Handbook on the prevention of violence in sport
    http://www.coe.int/T/E/Cultural%5FCo-operation/Sport/Resources/esprec03.1.asp#TopOfPage

  4. Der Bahnhof an einem Ankunftsort an der Algarve lag mehrere Kilometer außerhalb der Stadt, so dass hunderte englische Fans, die spät in der Nacht nach dem Spiel dort ankamen, zu Fuß im Dunkeln den Heimweg suchen mussten. Nach Intervention durch die englische Fanbotschaft stellte die Kommune beim nächsten Spiel den englischen Fans einen Shuttle-Service zur Verfügung.

  5. Bei diesem Spiel gab es sogar – wie auch beim Spiel Frankreich gegen die Schweiz -eine Art internationale Fans Embassy, in dem beide mobilen FE’s direkt nebeneinander standen.

  6. Deutschland, England und die Schweiz

  7. Die Berichte sind im Anhang nochmals mit aufgeführt

  8. Man erinnere sich nur an die unzumutbare Situation auf dem Place Charles II in Charleroi vor dem Spiel zwischen England und Deutschland im Rahmen der Euro 2000 als mehr als 40 Kamerateams auf entsprechende Bilder von Ausschreitungen warteten.

2004 European Championship in Portugal -- FSI/FARE - Fans Embassies Work Programme