WM-Abschlussbericht

Konzept der Fan- und Besucherbetreuung

FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006™

Auswertungsbericht

Frankfurt/Main, August 2006

(...) „Für Ihre freundliche Bereitschaft, dieser FIFA-Inspektionsgruppe mit einem kompetent vorgetragenen Fachbeitrag zur Verfügung zu stehen, danken wir sehr herzlich. Gerne versichern wir, dass sich die internationalen Gäste vom Inhalt Ihrer Präsentation beeindruckt zeigten. Ihre Mitwirkung hat wesentlich dazu beigetragen, den hohen Stellenwert der Fanbetreuung in Deutschland zu vermitteln." (...)

Aus einem Brief von Franz Beckenbauer und Horst R. Schmidt, vom 19. November 1999

Einleitung

Mit dem Finale der Weltmeisterschaft am 9. Juli 2006 in Berlin ging aus Sicht der Koordinationsstelle Fan-Projekte (KOS) bei der Deutschen Sportjugend (dsj) eine großartige Veranstaltung zu Ende, die vier Wochen die Welt in ihren Bann zog.

Die KOS hatte vom Organisationskomitee der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ™ in Deutschland (OK FIFA WM 2006)  den Auftrag, erstmals ein breit und vielfältig angelegtes  Fan- und Besucherbetreuungsprogramm zu entwickeln und umzusetzen.

Ausgangsüberlegung des Programms war es, neben den vielfältigen Angeboten für die Fans und Besucher, Vertrauen zu schaffen und Vertrauen zu geben. Dies beinhaltete, dass die Rahmenbedingungen für die zu erwartenden Fans und Besucher stimmen müssen.

Oberstes Ziel und handlungsleitend war es, gute Aufenthaltsbedingungen für Fußballfans und insbesondere für die ausländischen Gäste in Deutschland zu schaffen. Eine gastfreundliche Atmosphäre und verhaltenssichere, verständnisvolle Gastgeber sind eine unverzichtbare Voraussetzung für eine gewaltpräventive Wirkung.

Im Mittelpunkt dieses Konzeptes standen Service- und Informationsleistungen für die nationalen und internationalen Fans mit dem Ziel, die Atmosphäre bei der WM positiv zu beeinflussen. Ein 132seitiger Fan-Guide und die Internetseite www.fanguide2006.org lieferten bereits im Vorfeld der WM für wichtige Informationen, während die in jedem Austragungsort aufgebauten Fanbotschaften für Unterstützung und Service zuständig waren. Die Fanbotschaften wurden von einem internationalen Netzwerk von Fanexperten aus 11 Nationen unterstützt. Abgerundet wurde das System durch die Kooperation mit FARE (Football Against Racism in Europe) bei der Umsetzung der antirassistischen Komponenten.

Die Entwicklung des Fan- und Besucherbetreuungsprogramms

Als der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bund, Horst R. Schmidt, die KOS im Sommer 1999 um Unterstützung bei der Bewerbung um die Austragung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 TM bat, war es für die KOS eine Selbstverständlichkeit dieses Angebot anzunehmen. Wir teilten die Ansicht, dass das deutsche System von professioneller (öffentlicher und vereinsgebundener) Fanbetreuung ein Alleinstellungsmerkmal darstellt und sahen die allgemeine Fanarbeit hierdurch auch in besonderem Maße wertgeschätzt.

Als die FIFA-Bewerbungskommission unter Vorsitz von Alan Rothenberg, der zuvor den Organisationskomitees der WM 1994 und der Olympischen Spiele 1996 in Atlanta vorgesetzt war, auf ihrer einwöchigen Inspektionsrundreise in Frankfurt/Main war, stellte die KOS die Eckpfeiler einer Fanbetreuung zur WM 2006 vor. Schon damals gingen wir auf die Fanbotschaften und weitere Erfahrungselemente von internationalen Turnieren  explizit ein, wie sich später im Gesamtkonzept wieder finden lassen.

Die FIFA-Delegation ließ sich den schriftlichen KOS-Vortrag anschließend nach Hamburg nachsenden, die Präsentation hatte wohl gefallen.

Als unmittelbar vor Ende der EURO 2000 die Entscheidung „… and the winner is … Deutschland“ gefallen war, wurden recht zügig die Partizipationsstrukturen der KOS – auch als Platzhalter für die langjährigen Erfahrungen der Fanprojekte – sukzessive entwickelt.

Durch die Unterstützung des Bundesinnenministeriums bei internationalen Präventionskonferenzen durch die KOS, entstand eine nicht geplante Dynamik: Die Kompetenz der KOS in sozialpräventiver Perspektive erreichte eine größere Bekanntheit, die dazu führte, dass die KOS offiziell an der Seite des BMI für die „Kommission für Zuschauerverhalten“ des Council of Europe bestellt wurde. Dabei wirkte sie kompetent und engagiert bei der Arbeit am 2. Handbuch für Gewaltprävention mit und hatte Anteil an einem politischen Perspektivwechsel – die Soziale Prävention erhielt ihren Anteil in den gesamtpolitischen Sicherheitsdiskursen der Vorbereitungen zur Fußballweltmeisterschaft.

Praktisch bedeutete dies die Berufung der KOS in den „Beirat Sicherheit des FIFA-WM 2006-OKs“ sowie die Mitgliedschaft im „Bund-Länder-Ausschuss Nationales Sicherheitskonzept Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland“.

In diesen Gremien wurde die KOS damit beauftragt, ein Fan- und Zuschauerbetreuungskonzept für die WM zu entwerfen, welches dann insbesondere im Rahmen der originären Zuständigkeiten beim OK-WM 2006 zur Umsetzung angesiedelt wurde.

 Mit der Arbeit in den genannten Gremien einher ging eine zunehmende Popularisierung des erweiterten Präventionsverständnisses in der Fanbetreuung, was sicherlich ursächlich an dem gestiegenen Interesse an einer Fußball-WM liegt, welches sich in der frühzeitig feststehenden weiteren Veranstaltungsplattform des „Public Viewing“ am deutlichsten manifestierte.

Erstmals wurde eine – wie sich später herausstellte – zweite Veranstaltung in der Gastgeberstadt offiziell zur Befriedigung des immensen Zuschauerinteresses angeboten. Dies bedeutete eine neue Erfahrung für die Zusammenarbeit von sportverbandlichen und öffentlichen Stellen, da die Sicherheitsverantwortung für Public Viewing bei den Städten lag. An dieser Schnittstelle entwickelten OK-WM Abteilung Sicherheit und KOS das Konzept zur Fan- und Besucherbetreuung.

Dieses Konzept umzusetzen wurde zur Aufgabe der KOS, die hierzu mit erweiterten finanziellen Ressourcen ausgestattet wurde:

- Weil die KOS mit ihren zweieinhalb Stellen für diese große Aufgabe personell nicht annähernd aufgestellt war, verständigten sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der DFB bzw. das WM-Organisationskomitee (OK) über die Einrichtung zweier zusätzlichen befristeten Stellen (bis 30.9.2006). Am 1.10.2004 nahmen Gerd Wagner und Volker Goll die Arbeit bei der KOS und somit auch für die WM-Vorbereitung auf.

Fanbetreuungsmaßnahmen der Fan-Projekte und der KOS seit 1988

1988
Europameisterschaft in Deutschland

Der eigentliche Startpunkt der internationalen Fanbetreuung. Unter dem Slogan „Kultur statt Knüppel“ versuchten die wenigen damals existenten Fan-Projekte einen Perspektivwechsel bei den politisch und organisatorisch Verantwortlichen herbei zu führen. Der Slogan stellte eine Reaktion auf Ankündigungen dar, die jugendlichen Gäste der teilnehmenden Nationen hauptsächlich unter Sicherheitsgesichtspunkten „Willkommen“ zu heißen.
Die Fan-Projekte versuchten Zeltlager oder andere günstige Übernachtungsmöglichkeiten, ein kulturelles Rahmenprogramm und Möglichkeiten für Fanbegegnungen zu organisieren.
Nur in zwei Standorten (Hannover, Stuttgart) wurde dies rudimentär umgesetzt.
(Ausschreitungen deutscher und englischer Fans in Hannover und Frankfurt)

1990
Weltmeisterschaft in Italien

Erstmals gab es eine konzertierte Fanbetreuung (unterstützt durch den DFB) der Fan-Projekte für die reisenden deutschen Fans während der WM in Italien. Die Arbeit beschränkte sich in erster Linie auf streetwork und die Beziehungsarbeit zu den aus den Heimatstandorten bekannten Fangruppen.
(Ausschreitungen durch deutsche Fans in Mailand und englische Fans auf Sardinien, Alkoholverbot  rund um die Spielorte an Spieltagen sowie dem Tag vor dem Spiel)

1992
Europameisterschaft in Schweden

Erstmals finanzierte der DFB auf der Grundlage eines durch die BAG-Fan-Projekte abgestimmten Konzeptes die Fanbetreuung für die deutschen Fans in Norköpping, Göteborg und Stockholm.
Die Einrichtung eines Fankontaktbüros durch die Fan-Projekte kann als Vorläufer für die heutigen, mittlerweile etablierten Fanbotschaften angesehen werden.
Zusätzlich produzierten die FP zu jedem Spiel der deutschen Elf eine aktuelle Fanzeitung, die auf ein riesiges Echo bei den deutschen Fans stieß, welche einen ersten Basis-Fanguide ergänzte.
Von Seiten der schwedischen Organisatoren wurde ein Zeltlager für die deutschen Fans in Norköpping bereitgestellt, welches auf großes Interesse stieß und gut genutzt wurde.
Unabhängig von der deutschen Fanbetreuung  war auch eine englische Organisation (Football Supporters Association, FSA) in Schweden, um die englischen Fans zu unterstützen. Interessanterweise taten sie das der deutschen Initiative vergleichbar mit einer (auch so genannten) Fans’ Embassy.
(Ausschreitungen durch deutsche Fans in Göteborg beim Spiel gegen die Niederlande)

1994
Weltmeisterschaft in den USA

Auf Grund der Entfernung und der geringen Anzahl der Reisenden keine organisierte Fanbetreuung der deutschen Fans in den Staaten. Einige Fan-Projekte unternahmen Gruppenreisen mit ihren lokalen Bezugsgruppen.
Immerhin wurde ein Fan-Guide hergestellt und unter den deutschen Fans verteilt.

1996
Europameisterschaft in England

Erstmals wurde mit der FSA eine Fan-, bzw. fannahe Organisation verantwortlich in die Organisation einer großen internationalen Meisterschaft eingebunden.
Die FSA organisierte Fans’ Embassies in jeder Ausrichterstadt sowie einen Fan-Guide in den Sprachen nahezu aller Teilnehmerländer sowie ein Fanturnier mit Fangruppen aus den teilnehmenden Nationen. Auf Empfehlung von FSA organisierten einige Ausrichterstädte ein Rahmenprogramm für jugendliche Fans oder günstige Übernachtungsmöglichkeiten (Studentenwohnheime, Zeltlager)
Die KOS organisierte, wiederum exklusiv finanziert durch den DFB, die Fanbetreuung für die deutschen Fans und nutzte die von der FSA zur Verfügung gestellten Möglichkeiten. Erstmals produzierte sie in hoher Auflage einen Fan-Guide mit nützlichen Informationen für alle Englandreisenden. Die Euro in England war der Startschuss für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der englischen Partnerorganisation.
(keine Ausschreitungen (obwohl „Vaterland“ des Hooliganismus) sondern eine faszinierende Atmosphäre während des gesamten Turniers)

1998
Weltmeisterschaft in Frankreich

Wiederum war die KOS verantwortlich für die Fanbetreuung der deutschen Fans in Frankreich. Diesmal akquirierte sie über Vereinbarungen mit Sponsoren zusätzliche Mittel zur schon traditionellen DFB Basisfinanzierung. Schon im Jahr vor der WM wurde (in Kooperation mit dem DFJW) ein Fan- und Jugendaustausch zwischen deutschen und französischen Fangruppen initiiert. Ein umfangreicher, in hoher Stückzahl und in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung hergestellter, Fan-Guide schloss sich an die guten Erfahrungen aus England an. Erstmals wurde während der WM eine mobile Fanbotschaft, ein auffälliger roter Doppeldeckerbus, angeboten. Zu jedem Spiel wurde eine aktuelle Fanzeitung von einer Redaktion aus Fans und Fan-ProjektlerInnen produziert und ein enger Austausch mit der englischen FSA, die ebenfalls mit einer mobilen Fanbotschaft vor Ort war, gepflegt. Von Seiten der französischen Organisatoren wurde in Bezug auf Fan- oder Gästebetreuung nichts unternommen. (Schwere Ausschreitungen durch deutsche Fans in Lens, Ausschreitungen mit Beteiligung englischer Fans (die aber in vielen Fällen von französischen Jugendlichen angegriffen wurden) in Marseille, ein großer Kartenskandal und eine generell sehr verärgerte Stimmung unter den Fans auf Grund der Bevorzugung der vielen VIP’s und Sponsoren)

2000
Europameisterschaft in den Niederlanden und Belgien

Unter verantwortlicher Einbindung fannaher Organisationen in den Niederlanden und Belgien stellten beide Ausrichterländer stationäre Fanbotschaften zur Verfügung.
Wie schon gewohnt organisierte die KOS mit Mitteln des DFB die Fanbetreuung für die deutschen Fans und nutzte vor Ort die zur Verfügung gestellten Möglichkeiten. Gemeinsam mit den Fanbeauftragten der Vereine wurde ein Fan-Guide für die deutschen Fans hergestellt sowie erstmals eine Fanbetreuungs-Internetseite, die vor Ort mit den aktuellsten Infos bestückt wurde.
(Die Euro fand zwei Jahre nach Lens und kurz vor der Vergabeentscheidung für die WM 2006 unter einer großen Sicherheitshysterie statt. Insbesondere in Belgien litten viele unschuldige Fans unter überzogenen Polizeimaßnahmen. In Belgien ca. 1300 Festnahmen, nur eine einzige Verurteilung. Erstmals wurde das Schengener Abkommen außer Kraft gesetzt und temporär Grenzkontrollen eingeführt sowie von Deutschland nach einer Gesetzesverschärfung Ausreiseuntersagungen ausgesprochen.)

2002
Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea

Keine Fanbetreuung für die deutschen Fans. Die englischen KollegInnen von der mittlerweile umbenannten FSF (Football Supporters Federation) waren mit einer mobilen Fanbotschaft vor Ort.
(Friedliche Stimmung vor Ort, jedoch wieder massive Probleme mit dem Ticketing-System. Offiziell ausverkauft, jedoch viele freie Plätze in den Stadien)

2004
Europameisterschaft in Portugal

Football Supporters International, FSI, der internationale Zusammenschluss von Fan-Experten aus sieben Nationen organisierte, finanziert durch die UEFA, die Fanbetreuung für die Fans der beteiligten sieben Nationen. Jedes Team unterhielt eine mobile Fanbotschaft und produzierte einen Fan-Guide für die jeweiligen Fanszenen. Über die Zusammenarbeit mit Football Against Racism in Europe (FARE) wurde ein gemeinsames antirassistisches Konzept umgesetzt.
Die KOS, co-finanziert vom DFB, organisierte mit den lokalen FP’s die Fanbetreuung für die deutschen Fans. Zusätzlich zu Fan-Botschaft und Fan-Guide wurde wiederum eine tagesaktuelle Internetseite mit up-to-date Infos unterhalten.
Die portugiesischen Verantwortlichen schenkten der Fanbetreuung nur geringe  Aufmerksamkeit.
(Die Euro in Portugal wurde über den gesamten Zeitraum von einer fantastischen und friedlichen Atmosphäre begleitet)

Konzeptionelle Schritte des Fan- und Besucherbetreuungsprogramms 2006

Dank dieser Erfahrungen, speziell auch der jüngsten bei der EM 2004 in Portugal, die man mit einer mobilen Fanbotschaft, einem Fanguide, einer Website und der Zusammenarbeit im großen Stil (gefördert durch die UEFA) mit internationalen Fanbetreuungspartner organisierte, lag es nahe, dieses erfolgreiche Konzept zur Grundlage der WM 2006-Planung zu machen.

Das wesentlich neue hierbei war: Erstmals war man für alle Gäste eines Fußballturniers da und eben nicht nur für die des eigenen Landes.

Im November 2004 lag mit dem 25-seitigen Fan- und Besucherbetreuungsprogramm eine breit diskutierte Konzeption vor, die durch den Beirat Sicherheit des OK-WM 2006 mitgetragen wurde. Diese Konzeption wurde durch das Präsidium des OK unterstützt und in den Bund-Länder-Ausschuss eingebracht.

Darin waren schon die 4 Grundsäulen des ambitionierten Programms festgeschrieben: stationäre Fanbotschaften, mobile Fanbotschaften für die Zusammenarbeit mit den internationalen Fanbetreuungsteams, einen mehrsprachigen Fanguide und eine Internetseite. Später wurden diese vier Säulen ergänzt mit der Durchführung anti-rassistischer Fußballturniere in allen 12 Austragungsorten in Zusammenarbeit mit dem anerkannten internationalen Netzwerk  FARE (Football Against Rasicm in Europe), ebenso wurde die „Fan-Helpline“ in die Planung aufgenommen.

Einigkeit herrschte bei OK und KOS über den sozialpräventiven Charakter dieser Maßnahmen.

Sukzessive wurde die Konzeption in ein operatives Handlungs- und Umsetzungskonzept überführt. So erstellte die KOS im März 2005 ein 46seitiges Gesamtkonzept über alle vier geplante Säulen der Fanbetreuung inklusive eines detaillierten Kostenplanes.

Dieses Konzept stellt die konstruktive, teilweise aber auch kontrovers, diskutierte Grundlage dar, auf der ab Februar 2005 in regelmäßig tagenden Jour Fixes mit dem WM-OK die einzelnen konkreten Maßnahmen abgestimmt wurden. Seitens des WM-OK nahmen zumeist Hans Florin und seine Mitarbeiterin Mara Roeth teil. Anlassbezogen wurden Helmut Spahn (Leiter der Abt. Sicherheit), Britta Almeling (Abt. Sicherheit), Thomas Hackbarth (Abt. Öffentlichkeitsarbeit) und später auch Manuel Hartmann (Abt. Sicherheit) oder diverse Fachabteilungen (Logistik, IT, Signage, Volunteers etc.) hinzugezogen. Die KOS nahm mit mindestens zwei Mitarbeiter bzw. mitunter auch in kompletter Besetzung an den Treffen teil.

Strukturen der Fanbetreuung – Fanbeauftragte und Fanbotschaftsleiter

In die lokalen OKs der zwölf Außenstellen wurde ein ehrenamtlicher WM-Fanbeauftragter berufen. Die lokalen OK waren ein kleines Abbild des gesamten OK in Berlin/Frankfurt, alle dort vertretenen Abteilungen waren auch in jeder Ausrichterstadt präsent.
Die Berufung der WM-Fanbeauftragten erfolgte ursprünglich auf eine gemeinsame Vorschlagsliste von Dirk Mansen (Fanbeauftragter HSV und ehemaliger Sprecher der Fanbeauftragten) und der KOS aus dem November 2004. Ab dem 1. April 2005 nahmen diese schließlich alle ihre Arbeit auf.

Die WM-Fanbeauftragten stellten das Bindeglied zwischen städtischen Fanbetreuungsnetzwerken, dem OK und der KOS dar. Von den zwölf tätigen WM-Fanbeauftragte kamen zwei aus der städtischen Verwaltung, vier aus der Fanbetreuung der Vereine, einer aus der KOS, vier aus den Fan-Projekten und einer aus einem Fanprojekt, welches nicht zu dem Verbund der Fanprojekte gehört, die nach dem NKSS (Nationalen Konzept Sport und Sicherheit) arbeiten.

Ab der heißen Vor-WM-Phase bekamen die WM-Fanbeauftragten zwei Volunteers als Assistenten an ihre Seite.

In der richtigen Annahme, dass die operative Tätigkeit rund um die Fanbotschaft mindestens eine volle Kraft vereinnahmt, wurden ab dem 1. März 2006 in allen 12 Städten Fanbotschaftsleiter/innen benannt. Diese bekamen einen Honorarvertrag und hatten die Aufgabe, alle organisatorischen und inhaltlichen Fragen zur Arbeitsweise der Fanbotschaften in Kooperation mit ihren jeweiligen Fanbeauftragten abzustimmen. An allen inhaltlichen Diskussionen im Rahmen der vielen Vorbereitungsworkshops, die vom WM-OK und der KOS durchgeführt wurden,  nahmen die Fanbotschaftsleiter/innen gemeinsam mit den WM-Fanbeauftragten teil. In allen zwölf Städten bildeten WM-Fanbeauftragter und Fanbotschaftsleiter bzw. Leiterin ein schlagkräftiges und produktives Team. Das war auch nötig, weil die Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden an manchen Standorten doch umfangreicher war als angenommen.

Von den zwölf Fanbotschaftsleiter/innen kam eine aus dem örtlichen Fußballverband, einer aus der vereinsbezogen Fanarbeit, einer aus der städtischen Sozialarbeit, zwei aus dem Umfeld der Fan-Projektarbeit und sieben direkt aus den Fan-Projekten.

Während der WM konnten die Fanbotschaftsleiter/innen noch auf die Unterstützung von zwei bis vier (je nach dem, ob sie eine oder zwei Fanbotschaften im Ort hatten) zurückgreifen. Die Fanbotschaftsassistenten wurden mit einem Honorarvertrag ausgestattet. Sie rekrutierten sich aus den Fanszenen, aus den städtischen Arbeitsfeldern wie Behörden und Tourismus oder arbeiten ansonsten im örtlichen Fan-Projekt mit.

Fakten zum Programm:

Fanbotschaften:

Kernstück des Fan- und Besucherbetreuungsprogramms war die Einrichtung stationärer Fanbotschaften als zentrale Anlaufstelle für die Fans und Besucher in allen 12 Austragungsorten. Die Fanbotschaften befanden sich meist in zentraler Lage in der jeweiligen WM-Stadt und im relevanten Bereich der Zuschauerströme. Aufgrund der Vorgabe seitens FIFA, den Standort der Fanbotschaft im Public Viewing Bereich zu legen, wurde auf Empfehlung der KOS in den Städten Berlin, Frankfurt, Gelsenkirchen, München und Nürnberg eine zweite stationäre Fanbotschaft in zentraler Lage eingerichtet. Insgesamt waren 17 stationäre Fanbotschaften in den 12 Austragungsorten vorhanden. Verantwortlich geleitet wurden diese von den Fanbotschaftsleiter/innen und den Fanbeauftragten der WM-Städte. Personelle Unterstützung erfuhren sie durch das Volunteer-Programm des OK, so dass insgesamt mehr als 800 Menschen den Fußballfans als geschulte Ansprechpartner zur Verfügung standen.

Information – Service – Kommunikation waren die Aufgabenbereiche der Fanbotschaften. In der Hauptsache wurden Fragen zu Unterkünften, zum Ticketsystem und zur fußballspezifischen Orientierung in den Städten gestellt. Aber auch viele individuelle Hilfsleistungen wurden gewährt, von der Unterstützung bei Diebstahl ebenso wie bei persönlichen Notlagen.

Insgesamt erreichten die Fanbotschaften mehr als eine halbe Million Fans mit ihrem Service. Sie waren sicher das spürbarste Element der Fanbetreuung, das auf großen Widerhall in den Fanszenen und den zahlreichen Gästen stieß. Viele Fans kamen nach Beendigung der Spiele nochmals an den Fanbotschaften vorbei, um sich persönlich zu bedanken.

Fan-Webseite:

Regen Zuspruch fand auch die viersprachige Webseite www.fanguide2006.org mit 1,5 Mio. hits und durchschnittlich 3.500 Besuchern pro Tag. Insbesondere vor der WM erwies sich die Internetseite sowohl bei einheimischen als auch bei ausländischen Fans als zentrales Medium zur Informationsgewinnung. Die Inhalte waren für die User benutzerfreundlich und funktional, optisch ansprechend und in den FIFA Sprachen deutsch, englisch, französisch und spanisch aufgebreitet. Die Website wurde von einem kleinen Team (zwei Mitarbeiter der KOS, drei Redakteure/innen, einem Bildredakteur, einem Webmaster und einem OK-Mitarbeiter der Abteilung Medien) inhaltlich und administrativ gepflegt. Die Texte wurden größtenteils von Volunteers in den vier Sprachen übersetzt. Während der WM wurde die Website durch drei bis vier Texte täglich aktualisiert, dies aber nur in deutsche und englisch, die dann zeitnah zu übersetzen waren.

An das Redaktionsteam wurden im Vorfeld und auch im Verlauf der WM etwa 1.000  konkrete Fragen mittels Mails von Fans gestellt und beantwortet, die . die z.B. ihre Reise vorbereiteten und ihnen wichtige Orientierungshilfen vermittelten.

Die Redaktion bestand aus aktiven Fans, die natürlich aus Erfahrung wussten, welche Fragen insbesondere für Fußballfans von Bedeutung sind.

Die Fragen verteilten sich folgendermaßen:

25% zu Ticketing
20% zu Stadionordnung und Stadioninfos / Sicherheitsbestimmungen
10% zu Trainingszeiten/ -quartiere der Mannschaften
10% zu Unterkünfte und Übernachtungsmöglichkeiten
10 % zu Public Viewing / Fan Feste
10 % zu An- und Abfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Stadien
10% Veranstaltungen in den Spielorten
5% Allgemeines (Einlasskontrollen in die Stadien, Gepäckaufbewahrung in den Städten und an den Stadien, Mitbringen von Kameras in die Stadien, Öffnungszeiten etc.)

Fanguide:

Entgegen der ursprünglichen Planung, einen bundesweiten und für jeden WM-Ort einen regionalen Fanguide zu produzieren, wurde letztendlich aus Kostengründen ein zentraler ,132seitiger Fanguide mit einer Auflage von knapp einer halben Millionen Exemplaren, auf Deutsch und Englisch herausgegeben. Der Fanguide enthielt zielgerichtete Informationen für die vorwiegend ausländischen Fans und Besucher und diente somit als Visitenkarte des Gastgeberlandes. Der Fanguide war kostenfrei und  wurde vorwiegend durch die Fanbotschaften verteilt und von der überwiegenden Mehrheit der Fans als nützliche Informationsquelle und als Orientierungshilfe für die gesamte WM gerne angenommen. Die Qualität des Fanguides zeigte sich auch darin, dass so gut wie nie ein Exemplar auf der Strasse liegen blieb und stets als beliebtes Informations- und Sammelobjekt in den Städten gesehen wurde

Weitere Erkenntnis: Es wäre wichtig gewesen, den Fanguide auch in spanischer Version herzustellen, da sich im Verlauf der WM sehr schnell zeigte, dass es eine enorme Nachfrage an gedruckten Informationen in spanischer Sprache gab.

In den Fanbotschaften herrschte eine Informationsvielfalt, die es bisweilen für den Besucher schwierig machte, auf den ersten Blick den qualitativ hochwertigen Fanguide zu „entdecken“. Auch manche Städte hatten Guides herausgegeben, so dass dort eine gewisse Konkurrenzsituation entstand. Dennoch hob sich der Guide aus allen Drucksachen hervor, weil er weitestgehend ohne Werbung und mit einem hohen Informationsgehalt daher kam. Dies wurde von vielen Leserinnen und Lesern bestätigt.

Ergänzend zu dem Fanguide wurde ein Faltblatt mit den Lageplänen, den genauen Standorten und Kontaktadressen aller stationärer Fanbotschaften produziert, das mit einer Auflage von 500.000 Stück über die Fanbotschaften bzw. den Volunteers in den Stadtzentren verteilt wurde.

Internationale Teams/Mobile Fanbotschaften

Die OrganisationFootball Supporters International (FSI) unterstützte mit Expertenteams aus 11 Nationen das Fan- und Besucherbetreuungsprogramm. Die Fan-Experten aus England, der Schweiz, Italien und Tschechien boten mit eigenen mobilen Fanbotschaften einen flexiblen Service für „ihre“ Fans in den jeweiligen Spielorten an, der in den jeweiligen Fanszenen auf große Resonanz und Anerkennung stieß. Aus den Niederlanden, Frankreich, Brasilien, Ghana, Polen, Spanien und der Ukraine unterstützten weitere erfahrene Fan-Experten als Beratungsteams die Arbeit der stationären Fanbotschaften.

Die internationale Zusammenarbeit auf dieser Ebene hat sich als ein unverzichtbarer Bestandteil für das Gelingen eines solchen Turniers erwiesen aufgrund der Kenntnis , der internationalen Experten um die Besonderheiten der jeweiligen Fankultur aus ihrem Heimatland.

David Zimmermann, Leiter von FaCH (Fanarbeit Schweiz), der die Arbeit der Schweizer Fanbetreuer in Deutschland koordinierte und Gastgeber der Europameisterschaft 2008 sein wird, zog ein positives Fazit:
„Die WM in Deutschland hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig die Einbindung der Fans in die Veranstaltung ist. Ich erwarte, dass sich die Verantwortlichen in Österreich und der Schweiz für die Euro 2008 an den positiven Ergebnissen der Fanbetreuung in Deutschland orientieren werden“.

Anti-Rassismus

Wie schon bei der EURO 2004 in Portugal, wurde bei der WM in Deutschland die Fanarbeit mit einer klaren antirassistischen Botschaft versehen. Das Anti-Rassismus Programm wurde von FARE (Football Against Racism in Europe) in Zusammenarbeit mit dem WM-OK und der KOS umgesetzt, nachhaltig unterstützt von WM OK und FIFA.

Wieder einmal hat sich die große verbindende Kraft des Fußballs gezeigt, unabhängig von Hautfarbe, Nation, Religion und Geschlecht.

Michael Fanizadeh von FairPlay-vidc, dem österreichischen FARE-Partner:
„Die Kooperation zwischen den verschiedenen Säulen der Fanbetreuung und deren Verflechtung ist Grundlage einer erfolgreichen, antidiskriminierenden und fanorientierten Betreuung der BesucherInnen. Die WM in Deutschland hat in diesem Bereich Maßstäbe gesetzt. Dieses Niveau wollen wir auch bei der Heim-EM in Österreich und der Schweiz bieten.“

Die KOS-Leitstelle

Angesichts der Betreuung von 17 stationären Fanbotschaften, der Zusammenarbeit mit den internationalen Fanorganisationen, der Pflege der Fan-Website usw. richtete die KOS in Frankfurt beim WM-OK eine Leitstelle ein, deren Aufgabe es war, die Vielzahl von Handlungsfeldern zu vernetzen und zu koordinieren. Zu den Aufgaben zählten insbesondere:

  1. Sicherstellung der Kommunikationsstränge zu den Fanbotschaften, Fanbeauftragten, WM-OK in Form von Reporting und Berichtswesen
  2. Permanente Beratungstätigkeit in allen relevanten Fragen durch eine bundesweite Fan-Helpline
  3. Zusammenstellung relevanter Informationen für die internationalen Teams
  4. Permanente Pflege / Aktualisierung der Fan-Website
  5. Öffentlichkeitsarbeit
  6. Bei Bedarf half die Leitstellen-Besatzung auch den im Haus ansässigen Abteilungen (z. B. Ticketing und Protokoll)

In der Leitstelle wurden insgesamt 38 Volunteers in drei Schichten eingesetzt.
Die Büroleitung hatten die drei KOS-Mitarbeiter, Thomas Schneider, Gerd Wagner und Volker Goll. Die Leitstelle war in der Regel von 8:00 – 1:00 Uhr besetzt.

Die Fanprojekte hatten ein eigenes Streetworkkonzept zur WM vorgelegt, deren Bestandteil unter anderem die Lagebeurteilung war. Mit diesen Kollegen arbeitete die Leitstelle quasi täglich zusammen und deren Erkenntnisse ergänzten die eigenen. Die KOS-Mitarbeiter besuchten abwechselnd alle Fanbotschaftsstandorte und die dort Verantwortlichen. Bei diesen Vorortbesuchen konnten wir uns nicht nur ein gutes Bild über die hervorragende Arbeit machen, sondern vermochten in vielen Fällen auch Probleme direkt zu lösen.

Volunteers

Nach anfänglicher Skepsis übernahm die KOS die herausfordernde Aufgabe, eine Mitarbeit von Freiwilligen in den Fanbetreuungsmaßnahmen konzeptionell zu berücksichtigen. Was uns zunächst als Qualitätsverlust der Betreuungs- und Kommunikationsarbeit erschien, wurde nach intensiver Auseinandersetzung schon im Vorfeld als potentieller Gewinn in vielerlei Hinsicht wahrscheinlich. Wir legten jedoch Wert auf ein entsprechend aktives und professionelles Umfeld für die Entfaltung der Ressourcen der uns ja noch nicht bekannten Volunteers. Potentiell unerfahrene Freiwillige im Schicht- und Wechseldienst eine so wichtige und auf Verlässlichkeit bauende Kontaktarbeit mit tausenden Fußballfans und Hilfesuchenden anzuvertrauen, barg sehr viele und unbekannte Risiken. Deshalb schlugen wir vor, dass die Stationären Fanbotschaften mit Leitungsfunktionen und jeweils 2 Assistenten personell ausgestattet sein müssten, damit hier Kontinuität und Erfahrung in entsprechenden Abläufen garantiert wären. Die aufwandsentschädigten Fachteams sollten eng mit den ehrenamtlichen WM-Fanbeauftragten der lokalen OK’s (LOC) vernetzt sein.

Aus heutiger Sicht erscheint uns diese Konstruktion gut gelungen zu sein. Alle Erfahrungen haben gezeigt, dass die Mischung von ehren- und hauptamtlichen Funktionen für die erforderliche Kontinuität und Verlässlichkeit gesorgt haben.

Berücksichtigt man die etwa 4-stündige Schulungsdauer der Volunteers, so kann man sich sicher gut vorstellen, wie wichtig die entsprechende Praxisanleitung und –Begleitung durch erfahrene PraktikerInnen auch zur Verhaltenssicherheit der hochmotivierten Volunteers beigetragen hat.

Ganz abgesehen davon, das wir den Abbau von Ängsten und Vorurteilen gegenüber  den Zielgruppen im Training-on-the-job-Verfahren leisten mussten, stellten wir fest, dass wir sehr gelassen auf die vorhandenen Ängste der Volunteers eingehen mussten, welche ja über die medienhysterische Vorberichterstattung nicht unbedingt sorg- und arglos an ihre Aufgabe herangingen.

Dazu kommt, – Teambuilding ist ja mittlerweile ein ganz wichtiges Allgemeingut geworden – dass die Fanbotschaftsleitung sehr viel Augenmerk auf das Entstehen und Bewahren eines guten Betriebsklima verwenden musste. Hierbei kam die Szenekenntnis und pädagogische Qualität des Personals der Arbeit mit den insgesamt mehr als 800 Volunteers zu gute.

Fazit

Vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrungen waren für die KOS mehrere übergeordnete Faktoren für diesen herausragenden Erfolg ausschlaggebend:

-     Den Fußballfans wurde auf allen Ebenen mit Respekt begegnet, sie wurden als ein elementarer Bestandteil - und nicht als Sicherheitsrisiko - der WM betrachtet. Diese Anerkennung zahlten sie mit einer tollen Stimmung, nicht nur in den Stadien, sondern auch auf den öffentlichen Plätzen, zurück.

  • Nicht nur das Organisationskomitee mit der Verantwortung für das von der KOS umgesetzte Fan- und Besucherbetreuungsprogramm, sondern auch die Städte mit dem beeindruckenden Angebot zum Public Viewing füllten das Motto der WM mit Leben.
  • Dadurch wurde eine Atmosphäre geschaffen, die dazu führte, dass die WM - ähnlich wie in Portugal 2004 - von der Gesamtbevölkerung akzeptiert und getragen wurde.
  • Nicht zuletzt half auch das gleichermaßen zurückhaltende, aber präsente sowie kommunikative und freundliche Auftreten der Polizei die positive Gesamtatmosphäre zu unterstützen.

„Wieder einmal bestätigten sich unsere bisherig gemachten Erfahrungen bei internationalen Turnieren, die zeigen, dass eine gastfreundliche, die Fans respektierende Atmosphäre der beste Garant für eine sichere Durchführung sind. Potentiellen Störern wird auf diese Weise jegliches Betätigungsfeld entzogen - sie laufen mit ihren Aktionen ins Leere“.

Diese Prämisse gilt nicht ausschließlich für eine Weltmeisterschaft, sondern sollte aus unserer Perspektive auch auf den Ligaalltag in Deutschland übertragen werden, wo Fußballfans häufig über einen unangemessenen Umgang durch Polizei und Ordnungsdienste klagen“ (Pressemitteilung der KOS vom 07.07.2006)

Zum Schluss:

In den Empfehlungen aus dem Bericht „Football Spectators and Italia ´90: A Report on the Behaviour and Control of European Football Fans at the World Cup Finals, 1990“ (von John Williams für die Working Party on Violence in Sport des Europarates in Straßburg” heißt es (Seiten 80-96):

Wir empfehlen, dass Vertreter der Fanprojekte und/oder Fanorganisationen unmittelbar in die offizielle Vorplanung für künftige Turniere eingebunden sind und von den Behörden energischere Anstrengungen unternommen werden, die Interessen und Belange friedlicher Fans (der überwiegenden Mehrheit) vor und bei wichtigen Ausscheidungen hervorzuheben. (…)

Wir empfehlen (…), dass nationale Regierungen, Fußballverbände, Fangruppen und Projektmitarbeiter sich in ihren Heimatländern über die Rolle von Faninitiativen und ihr Verhältnis zu den offiziellen Organen in Verbindung setzen. (..) Auf offizieller Ebene sollte mehr Unterstützung und Zusammenarbeit gewährt werden, beispielsweise bei der Einrichtung von Fanmissionen und der Durchführung von Projektmaßnahmen. (…)

Wir empfehlen, dass die Regierungen der Gastgeberländer, die nationalen Fußballverbände und Fanvertreter sich zusammentun mit dem Ziel, Aktivitäten und Veranstaltungen für Fans zu schaffen, die die langen (und manchmal gefährlich) langweiligen Spielpausen überbrücken helfen, die besonders bei so ausgedehnten Turnieren wie den Weltcup-Finals auftreten.“

Wir scheinen sehr viel richtig gemacht zu haben – so viele Jahre danach!

Frankfurt am Main, August 2006

Michael Gabriel, Volker Goll, Thomas Schneider, Gerd Wagner


Pinboard Website www.fanguide2006.org:
Great!!! Thanks. I am arriving to Hamburg on the 9 Th of June....so I am going to have a some time to get to the ticket Center. Thanks for your clear explanation!!.And I appreciate your work..This kind of work makes the World CUP at Germany much better!!
Regards, Juan