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20.07.2015

Interkulturelles Miteinander

Der „Interkulturelle Tag der offenen Tür“ im Dortmunder Stadion war mit über 4.000 Gästen ein voller Erfolg. Die Veranstaltung des BVB-Lernzentrums öffnet das Stadion für Menschen verschiedener Herkünfte und Kulturen.  

Dort, wo sonst die Fans des BVB ihren Verein anfeuern, erwartete die Besucherinnen und Besucher des Westfalenstadions Mitte Juni ein bunter Mix aus Kultur, Sport und Kulinarik: „Ein Ball – Eine Welt“ lautete der Titel des Interkulturellen Tages, den das BVB-Lernzentrum veranstaltete und der mehr als 4.000 zumeist junge Gäste anlockte. Es gab Streetkick-Fußballanlagen und ein Schussgeschwindigkeitsmessgerät zum Ausprobieren, ein Bungee-Run und eine Rennstrecke mit visuellem Startimpuls für Menschen mit und ohne Hörbehinderung. Das im Stadion sonst laut gesungene „You‘ll never walk alone“ wurde zudem in Gebärdensprache präsentiert. Der BVB-Fanclub „Herzblut Schwarzgelb“ hatte die Vorführung in Kooperation mit dem „Gehörlosen Turn- und Sportverein Essen“ vorbereitet.

Gemeinsam Spaß haben

So wie gemeinsame Vorbereitung überhaupt ein zentrales Stichwort des Aktionstages „Ein Ball – Eine Welt“ ist, wie Johnnes Böing, Leiter des BVB-Lernzentrums sagt. „Die gemeinsame Durchführung durch Kooperationspartner aus Migranten- und BVB-Fanszene baut gegenseitige Berührungsängste ab und schafft Verbindungen und neue Netzwerke durch gemeinsames Handeln!“ Das Ergebnis der Kooperation war vielfältig und sollte zum Mitmachen anregen. Auf den beiden Bühnen der Förderer, der BVB-Stiftung „leuchte auf“ und der Bundesliga-Stiftung, wurden historische Tänze des „Tamilischen Kulturvereins Dortmund“ und sportliche Kampfdarbietungen des „Taekwondo Team Kocer“ dargeboten. Unter Anleitung der Gruppe „Muzenza“ konnten die Besucherinnen und Besucher den brasilianischen Kampftanz Capoeira einüben, Nachhilfe in Jonglieren, Artistik und Zauberei gab es am Stand der Kreativkünstler „Ratz-Fatz“. Ehrenamtliche Mitarbeiter_innen der am Borsigplatz ansässigen „Stadtteil-Schule“ sowie des serbischen Vereins „KUD Srbija“ versorgten die Besucher_innen mit internationalen kulinarischen Leckerbissen und auch eine Hüpfburg, Spiel- und Bastelangebote für kleinere Kinder durften nicht fehlen – und natürlich Vereinsmaskottchen „Emma“ für gemeinsame Fotos.

Lernort Stadion

Der bereits zum dritten Mal stattfindende Interkulturelle Tag brachte zahleiche Menschen unterschiedlicher Herkunft und kultureller Zusammenhänge im Stadion zusammen und ist damit eng verknüpft mit der Ausrichtung des BVB-Lernzentrums. Ebenso wie an den zehn weiteren Standorten des Projekts „Lernort Stadion“ geht es auch in Dortmund darum, den besonderen Ort Stadion mit politischen Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche zu verknüpfen. Die pädagogische und organisatorische Verantwortung für die Lernzentren liegt in der Regel bei den lokalen Fanprojekten, sie werden von der Robert-Bosch-Stiftung, der Bundesliga-Stiftung und der „Aktion Mensch“ gefördert. In Dortmund besteht das Lernzentrum bereits seit 2004. In dieser Zeit hat es sich längst als wichtiges Veranstaltungsangebot der politischen Jugendbildung der Stadt etabliert. Während der Schulzeit kommen etwa drei bis vier Schulklassen pro Woche, in den Ferien nutzen Gruppen der Fanszene und Jugendorganisationen die Angebote.

Quelle: BVB

Von den Angeboten des Lernzentrums überzeugte sich am 14. Juni auch ein hochrangiger Besucher. Bundesinnenminister Thomas de Maizière war dabei, als das BVB-Lernzentrum zusammen mit dem DGB Dortmund im Rahmen eines Praxisworkshops das neu entwickelte Modul „Borussia verbindet – gemeinsam gegen Diskriminierung“ vorstellte. Der Schwerpunkt der in Dortmund angebotenen Bildungsprojekte ist an den drei bisherigen inhaltlichen Modulen Zivilcourage, Rassismus und Interkulturelles Lernen bereits deutlich abzulesen. Johannes Böing sagt: „Die Arbeit vieler Fanprojekte gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist fest verankert, aber darüber hinaus möchten wir das Thema Interkulturalität als Normalfall der heutigen Gesellschaft mehr in den Vordergrund rücken.“ Gerade auf den Tribünen der Bundesliga geht es bislang oft noch weniger vielfältig zu als woanders, sind Fans und Zuschauer_innen doch in allergroßer Mehrheit weiße Herkunftsdeutsche. Böing sagt: „Das Miteinander von Menschen verschiedener Herkünfte und Kulturen ist in der gesamten Gesellschaft und auch in Fußballteams inzwischen Normalität, bei der interkulturellen Öffnung der Besucherstruktur von Bundesligaspielen besteht allerdings weiter Handlungsbedarf.“ Neben den Angeboten des Lernzentrums, die in Kooperation mit Schulen und anderen Organisationen genutzt werden, kann dabei auch eine Veranstaltung wie „Ein Ball – Eine Welt“ helfen, den besonderen Ort Fußballstadion getreu dem eigenen Motto für die ganze Gesellschaft zu öffnen.

Einen Film zum Aktionstag gibt es hier zu sehen.

Weiterführende Informationen über die Lernzentren in Deutschland finden Sie unter www.lernort-stadion.de sowie auf der Internetseite der Robert-Bosch-Stiftung.