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11.01.2019

KOS-Schriften 12 „Stimmung ja – (Mit)bestimmung nein?“

Buchtitel

Der mittlerweile zwölfte Band der KOS-Schriften „Stimmung ja – (Mit)bestimmung nein? – Perspektiven für die Beteiligung jugendlicher Fans im Spannungsfeld von Jugendarbeit, Gewaltprävention und kommerzialisiertem Fußball“ widmet sich den unterschiedlichen Perspektiven auf Dialog mit und Partizipation von Fans im Fußball.  Die Beiträge gehen zurück auf die 16. Bundeskonferenz der Fanprojekte Ende 2017 in Hannover.

Dort stand das Verhältnis von Fans auf der einen Seite und „dem Fußball“ – Vereine und Verbände - auf der anderen Seite und die Frage, warum es für beide Seiten so schwer ist, miteinander ins Gespräch zu kommen, im Mittelpunkt der Überlegungen. Wie müssen die Vorrausetzungen für einen gelingenden Dialog gestaltet sein und ist, darauf aufbauend, eine  Partizipation von Fußballfans im hochkommerzialisierten Umfeld eines Fußballvereins überhaupt möglich?

Hierzu wurde das Thema Dialog aus der Perspektive der unterschiedlichen Interessengruppen – Fans, Verbände und Vereine – betrachtet. Expert*innen und Vertreter*innen von Verbänden, Vereinen und aus Fangruppen und -organisationen legten ihre Erwartungshaltungen an einen funktionierenden Dialog dar.

Zehn Jahre Fandialog – eine kritische Bestandsaufnahme

Zur Einführung in das Konferenzthema unternahmen KOS-Leiter Michael Gabriel und Volker Goll eine Bestandsaufnahme der Bemühungen um einen Dialog zwischen Fans und den beiden Dachverbänden DFB und DFL aus den letzten zehn Jahren. Sie analysierten  dabei Meilensteine ebenso wie die Rückschläge, die in dieser Zeit auch immer wieder auftraten, und gehen auf die Gründe für das Scheitern verschiedenster Dialogformen ein. In ihrem Vortrag weisen beide darauf hin, dass die aktuellen Konflikte zwischen DFB und DFL und den ultraorientierten „Fanszenen Deutschlands“ ohne eine historische Rückbesinnung nicht verstanden werden können.

Der Beitrag „Zehn Jahre Fandialog – eine kritische Bestandsaufnahme“ ist hier nachzulesen.

Gelingensfaktoren für Dialog und Partizipation

Aus Sicht der Wissenschaft blickte Prof. Dr. Albert Scherr von der Pädagogischen Hochschule Freiburg in seinem Fachbeitrag auf den Dialog zwischen Fans und den Verbänden, formulierte mögliche Gelingensfaktoren und ging dabei auch auf die Rolle ein, die den Fanprojekten in dieser Konstellation zukommen kann.

Natürlich kamen auch Vertreter*innen der drei Interessengruppen zu Wort. So stellten die Verbände die aktuellen Dialogformate vor, Hubertus Hess-Grunewald, Präsident von Werder Bremen, stellte die Philosophie seines Vereines vor und die Fanvertreter*innen wiederum berichteten von ihren bisherigen Erfahrungen und formulierten zentrale Forderungen an „den Fußball“, um mit ihren Interessen ernst genommen zu werden.
Anhand von vier Beispielen aus der Praxis wurden den Konferenzteilnehmer*innen schließlich mögliche Beteiligungsformen von Fans vorgestellt. Die Initiative „CrowdFANDing“ unterstützt in Jena Fans beim Erhalt „ihrer“ Südkurve und in Mainz beim Bau des Fanhauses, das Hamburger Projekt „United Football Movement“  bringt Fans und Geflüchtete zusammen und in Offenbach engagieren sich Fans ehrenamtlich in der „IG Stadionbau“ beim Umbau und der Gestaltung des Bieberer Bergs. Alle Projekte befragte die KOS unter anderem nach den jeweiligen Gelingensfaktoren, den Unterstützungsmöglichkeiten der Fanprojekte und weiterer Partner*innen sowie den Zukunftsperspektiven.

Partizipation kann gelingen!

Abschließend zogen Prof. Dr. Albert Scherr und Jürgen Schattmann, Vertreter der AG der Obersten Jugend- und Familienbehörden im KOS-Beirat, aus Sicht der Wissenschaft und der Jugendarbeit Bilanz der Konferenz und arbeiteten die aus ihrer jeweiligen Fachsicht mit Blick auf die Fanprojektarbeit wichtigsten Ergebnisse heraus.

Neben einem abschließenden Fazit der KOS blickt Gunter A. Pilz in seinem Beitrag auf die vergangenen Jahre und Jahrzehnte der Fanarbeit zurück.

Die KOS-Schriften 12 sind bei der KOS gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro (inkl. Versand) erhältlich.

Eine pdf-Version steht auf der Webseite der KOS unter Materialien/KOS-Veröffentlichungen/KOS-Schriften zum Download zur Verfügung.