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13.01.2020

Wichtiges Zeichen im Umgang mit sexualisierter Gewalt im Fußball

Vom 11. – 13. November 2019 fand die 17. Bundeskonferenz der Koordinationsstelle Fanprojekte bei der Deutschen Sportjugend (KOS) in Zusammenarbeit mit der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sportbezogene Soziale Arbeit (KoFaS) und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Stuttgart statt. Unter dem Motto „Fanarbeit und Geschlecht  – Fanszenen zwischen Vielfalt und Diskriminierung und der Umgang der Fanarbeit mit sexualisierter Gewalt“ diskutierten rund 160 Teilnehmer*innen aus derzeit 61 lokalen Fanprojekten sowie Vertreter*innen aus den Bereichen Politik, Fußball, Polizei und Wissenschaft in unterschiedlichen Formaten, wie für mehr Gendergerechtigkeit sensibilisiert und mit Vorfällen sexualisierter Gewalt im Fußball umgegangen werden kann.

Den ersten Konferenztag leitete Prof. Dr. Michael Meuser von der TU Dortmund mit einem Vortrag zum Thema „Gesellschaft, Fußball und Geschlecht“ ein. Der Vortrag gab einen Einblick in das Konferenzthema und schuf eine Wissensbasis, die auch für die folgenden Programmpunkte der Konferenz als Gesprächsgrundlage fungieren konnte. Im Folgenden diskutierten die Teilnehmer*innen in Workshops das Konferenzthema „Fußball und Geschlecht“ mit Blick auf verschiedene Akteur*innen im Netzwerk, ehe sich Vertreter*innen von F_in – Frauen im Fußball, der KOS, KoFaS und des Vereins Babelsberg 03 zu dem Thema in einer kurzen Abschlussrunde äußerten.

Der zweite Konferenztag stand ganz im Zeichen des Themas Umgang mit sexualisierter Gewalt. Prof. Dr. Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut hielt einen Impulsvortrag zu Erscheinungsformen und Betroffenengruppen von sexualisierter Gewalt. An diesen anknüpfen konnte das Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt, welches das frisch veröffentlichte Handlungskonzept zum Umgang mit sexualisierter Gewalt im Zuschauer*innensport Fußball vorstellte. Im Anschluss daran hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit sich in Workshops mit Beispielen von sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen und erste Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte bei der dsj, sagte über die 17. KOS Bundeskonferenz. Die diesjährige Bundeskonferenz setzte wichtige Impulse in dem noch sehr sensiblen und oftmals tabuisierten Themenfeld und hat deutlich vor Augen geführt, dass nicht nur Männer*Frauen und Jungen*Mädchen in Fanszenen, sondern auch Mitarbeiter*innen aus den Fanprojekten von Formen sexualisierter Gewalt betroffen sind. Von daher sehen wir eine geschlechterreflektierende Soziale Arbeit als dauerhafte Querschnittsaufgabe für Fanprojekte, die in dem männerdominierten Arbeitsfeld sowohl die männlichen als auch die weiblichen Pädagog*innen in die Verantwortung nimmt.

Download zum Handlungskonzept gegen sexualisierte Gewalt im Zuschauer*innensport Fußball