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29.07.2014

F_in – seit 10 Jahren in der ersten Reihe

© ariane gramelspacher / arigrafie

Rückblick auf den F_in-Workshop 2014

Das Netzwerk F_in Frauen im Fußball feiert zehnjähriges Bestehen und lud daher zu einer dreitägigen Tagung in den hohen Norden Deutschlands. Dank der Unterstützung der Fanprojekte Bielefeld und HSV, der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS), DFL (im Rahmen des PFiFF-Programmes) und Deutschen Akademie für Fußballkultur, konnten dieses Jahr mehr als 40 Frauen am Vernetzungs- und Fortbildungswochenende von F_in teilnehmen. Stark vertreten waren neben den Fanprojektmitarbeiterinnen auch weibliche Ultras und Fans aus allen Ecken Deutschlands und dem benachbarten Ausland.

Miriam Hamid, Fanprojekt Bielefeld und Organisatorin des F_in-Treffens: „Einmal im Jahr bietet das Treffen beteiligten Frauen aus dem Bereich des Fußballs die Chance sich persönlich zu treffen, auszutauschen und zu diskutieren. Auch heute sind Frauen im Stadion noch in der Minderheit. Umso schöner ein Wochenende mit Frauen zu verbringen, die die Leidenschaft für Fußball teilen. Im zehnten Jahr von F_in sicherlich ein besonderes Treffen, bei dem wieder Begegnungen stattfanden, die sich sonst in der Fußballlandschaft nicht ergeben hätten. Bei allen Unterschieden zwischen den Teilnehmerinnen wird eines immer wieder deutlich: Sexismus war und ist Thema auf allen Ebenen des Fußballs.“


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ariane gramelspacher / arigrafie

Drei Tage – viele Themen

Los ging es bereits am Freitagabend, als F_in-Gründerinnen und Teilnehmerinnen aller Alters- und Spielklassen gemeinsam über die Entstehung von F_in und die aktuelle Situation von Frauen in der Fankurve, im Stadion und in den Fanprojekten diskutierten.

Antje Hagel, F_in-Gründungsmitglied: „Vor der Gründung von F_in war ich oft eine von wenigen, die sexistische Diskriminierungen im Fußball öffentlich angeprangert hat, jedenfalls kannte ich nur wenige Gleichgesinnte. Heute gibt es ein Netzwerk, in dem sich Fanfrauen und Fußballexpertinnen zusammengetan haben, Sexismus und Homophobie sichtbar zu machen und Strategien dagegen gemeinsam zu entwickeln. Es hat sich gelohnt, F_in zu gründen und weiterzuentwickeln. Ich freue mich aufs nächste Treffen!"

Am Samstag arbeiteten sechs Arbeitsgruppen an Texten, Fotos, Comics, Interviews, Theater-, und Werkstücken rund ums Thema Frauen und Fußball. Die Arbeiten und Beiträge sollen im Laufe des Jahres in einem Buchprojekt zusammengefasst werden.

Am Nachmittag ging's von der Praxis in die Theorie. Bettina Stern vom Fanprojekt Babelsberg hielt einen interaktiven Vortrag zur Entstehung, Einübung und Verfestigung von Männlichkeitskonstruktionen im und durch den Fußballsport. Ein kritischer Blick wurde auch auf klassisch weibliche und männliche Rollenklischees im Fußball und in der Gesellschaft geworfen.

Im Watt sind alle gleich … dreckig

Ein Highlight war die anschließende Wattwanderung. Beim kollektiven Matsch-Treten konnten Kontakte vertieft, Fanfeindschaften beigelegt und der ein oder andere Wattwurm erlegt werden. Die abendliche Müdigkeit schüttelten die Teilnehmerinnen dann bei einer Tanzeinlage und einem Stück Torte auf der F_in-Geburtstagsparty ab.


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ariane gramelspacher / arigrafie

Der Sonntag stand wieder ganz im Zeichen der Vorbereitungen für ein neues F_in-Buch und des Ausblicks auf zukünftige Aktivitäten.  

Janine Fregin, Fanprojekt HSV  und Organisatorin des F_in-Treffens: „Das 10. F_in -Treffen war ein voller Erfolg. Besonders erwähnenswert finde ich, dass dieses Mal viele Fanfrauen aus ganz unterschiedlichen und zum Teil auch 'verfeindeten“'Szenen teilgenommen haben. Von vielen Teilnehmerinnen war zu hören, dass es ihnen gut tat, sich mit anderen Frauen aus dem Fußballkontext auszutauschen. Ich möchte mich bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass das F_in-Jubiläum so ein Erfolg geworden ist. Allen Beteiligten einzeln zu danken, würde den Rahmen sprengen, dennoch haben so viele Frauen dazu beigetragen, angefangen von Fanprojektkolleginnen, die uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen, über die Fördergeber_innen bis hin zu Fanfrauen, die sich um die Fotos gekümmert haben oder den DJ-Posten auf der Party übernahmen.“


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ariane gramelspacher / arigrafie