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Die Fanprojekte 
Neben der klassischen einzelfallbezogenen Sozialarbeit, der Spieltagsbegleitung der Fans sowie dem Angebot von U18-Fahrten zeichnet sich die Arbeit des Potsdamer Projekts durch die wohlwollende Begleitung und aktive Unterstützung einer Vielzahl kritisch-jugendpolitischer Initiativen aus den Reihen der antirassistisch orientierten Fanszene von Babelsberg 03 aus. Beispielhaft seien die Aktion Fußballfans beobachten Polizei oder das Stadionfest Der Ball ist bunt genannt.
Diese Initiativen und das damit verbundene Engagement zu bündeln, die jungen Fans für demokratisches Denken zu sensibilisieren sowie die vorhandene antirassistische Grundhaltung in die jüngeren Gruppen zu übersetzen und durch politische Bildungsarbeit dazu beizutragen, ein oftmals eher vages Politikverständnis mit Inhalt zu füllen – all das gehört zu den Aufgaben der Fanprojektarbeit in Babelsberg. Diskussions- und Filmabende im Fanladen, aber auch Ausstellungen, Lesungen oder Bildungs- oder Gedenkstättenfahrten sind dabei gern gewählte Methoden.
Bei der Durchführung von Aktivitäten gilt es für das Fanprojekt, auf einen bereits vorhandenen Fundus von Ideen zurückzugreifen und gemeinsam mit älteren Fans im Sinne eines „Intergenerationslernens“ zu agieren, beispielsweise mit der regelmäßigen Veranstaltungsreihe Faszination Fußball, die sich neben der Beschäftigung mit den freudvollen Seiten des Fußballs auch einer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen widmet.
Ein wichtiges Element der Arbeit ist der Fanladen, der den Fans einen durch sie gestaltbaren Raum bietet und den einzelnen Fangruppierungen die Möglichkeit gibt, eigene Plena und Veranstaltungen durchzuführen und ihre aufwendigen Choreografien für die Heimspiele vorzubereiten. Während der regulären Öffnungszeiten und damit auch der Anwesenheit der Sozialpädagog/innen dient er den Jugendlichen als zentrale Anlaufstelle für Sorgen und Nöte mit und ohne Fußballbezug. Von den Fans wird der Fanladen als ihr eigener Raum wahrgenommen, was auch die Übernahme von Verantwortlichkeiten (z. B. Getränkeeinkauf, Tresendienst bei Heimspielen, Reinigung) beinhaltet.
Bei Heimspielen des SV Babelsberg 03 hat sich der Fanladen zudem als zentraler Treffpunkt für alle Fans des Vereins herauskristallisiert. Dass seit Anfang des Jahres 2009 auch regelmäßig Bewohner des Potsdamer Asylbewerberheims Nuthetal vor und nach den Spielen des SVB den Fanladen aufsuchen, hat seinen Ursprung in einem vom Fanprojekt Babelsberg initiierten Integrationsprojekt: Mit Beginn der Rückrunde der Saison 2008/09 begann das Fanprojekt, zu jedem Babelsberg-Heimspiel eine Einladung an alle Bewohner des Potsdamer Asylbewerberheims auszusprechen. Gemeinsam mit den Fans gehen die Flüchtlinge am Spieltag vom Fanladen zum Stadion. Für sie ist der Eintritt zum Spiel dank der Unterstützung der Stadt Potsdam und des SV Babelsberg 03 kostenlos.
Ein weiteres Projekt startete das Fanprojekt schließlich im Herbst 2009. Einmal wöchentlich spielen Asylbewerber und Babelsberger Fußballfans gemeinsam Fußball. Während das gemeinsame Spielen für einige Asylbewerber bedeutet, über das Medium Fußball positive Sozialkontakte zu einheimischen Jugendlichen zu erleben, wächst unter den deutschen Jugendlichen das Verständnis und Interesse für die Lebenssituation der Asylbewerber und deren kulturellen Hintergrund. Das aus diesen Trainings entstandene Team tritt regelmäßig und nicht selten erfolgreich bei Freizeitturnieren an. Mehrere Asylbewerber konnten so zudem bereits in Potsdamer Fußballvereine vermittelt werden.
Für seine Antirassismus-Arbeit wurde das Fanprojekt Babelsberg 2007 mit der Ehrengabe zum Theodor-Haecker-Preis der Stadt Esslingen ausgezeichnet.
Alexander Bosch
Christian Rudolph
Felix Kruse (Elternzeit)
Diakonisches Werk
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