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Halle (2006)

Das Fanprojekt Halle startete im November 2006 in kommunaler Trägerschaft, nachdem der ehrenamtliche Fanrat mit Unterstützung des Halleschen FC im Juni 2005 gegenüber der Stadt Halle den dringenden Bedarf für eine sozialpädagogische Fanarbeit formulierte hatte. Noch vor dem Start wurde mit Unterstützung der ARGE und des Eigenbetriebs für Arbeitsförderung der Stadt mit der Sanierung eines Gebäudes in unmittelbarer Stadionnähe begonnen. Dieses Objekt wurde durch zehn HFC-Anhänger – im Rahmen einer Entgeltmaßnahme und mit ehrenamtlicher Unterstützung zahlreicher Fanklubs und Sponsoren – zu einer Anlauf- und Beratungsstelle für die Fans umgestaltet. Mit dieser vielbeachteten Aktion konnte sich das Fanprojekt in der Fanszene positionieren. Das Fanhaus hat sich zum zentralen Treffpunkt der HFC-Anhänger entwickelt.

Die Fananlaufstelle diente u.a. im Zuge des Stadionersatzneubaus als Kommunikationszentrum zwischen der HFC-Fangemeinde und den Bauverantwortlichen. Vom Zeitpunkt der Bauplanung bis zum beeindruckenden Eröffnungsspiel im September 2011 standen Fanszene und Fanprojektmitarbeiter im Rahmen regelmäßiger Gesprächsrunden mit der Baukoordination und dem Präsidium des Halleschen FC in Kontakt. Durch das aktiv-kommunikative Miteinander rückten Fans und Verein noch enger zusammen. Das neue Hallesche Stadion ist daher auch ein Sinnbild für Integration und Mitbestimmung mit hohem Identifikationscharakter innerhalb der Fanszene.. 

Die Mitarbeiter des Fanprojekts, Steffen Kluge und Uwe Striesenow, begleiten und unterstützen vorrangig die aktiven Ultragruppierungen und fungieren als Ansprechpartner und Vermittler zwischen Fans, Vereinen und Ordnungskräften. Für die Stadt Halle hat sich das Fanprojekt innerhalb des Arbeitsfeldes Streetwork (Straßensozialarbeit) zu einem gewichtigen Bestandteil im System der Jugendhilfe entwickelt. Mit Erhalt und Förderung dieses Bereiches wird konkret Verantwortung für gefährdete jugendliche Fans übernommen. Primäre Aufgabe ist es, sozialen Benachteiligungen vorzubeugen bzw. diese auszugleichen, individuelle Beeinträchtigungen zu überwinden und dadurch soziale Integration zu fördern.

Die Mitarbeiter des Fanprojekts sehen es als ihre Aufgabe an, Brücken zwischen problembelasteten Fangruppen und weiteren Nutzergruppen des öffentlichen Raums sowie zum Fußballverein und öffentlich-rechtlichen Institutionen zu bauen. Das Fanprojekt versteht sich als ein niedrigschwelliges, lebensweltorientiertes Hilfsangebot, dessen fachliches Wirken auf die Ressourcen von Jugendlichen ausgerichtet ist. Der Rahmen der Arbeit ist ein Angebotssetting, das den Menschen achtet und die Jugendlichen nicht entmündigt. Über das Fanprojekt besteht der Zugang zu jungen Menschen, die von stationären und auch ambulanten Angeboten der Jugendhilfe nicht (mehr) erreicht werden. Somit ist es möglich, aktuelle Bewegungen und Veränderungen in den Jugendszenen zu erfassen, um entsprechende Projekte und Maßnahmen bedarfsorientiert entwickeln zu können. Das Fanprojekt Halle versucht, den eingeleiteten Sensibilisierungsprozess bei gewalttätigen und fremdenfeindlichen Tendenzen in Teilen der Fanszene fortzusetzen, um diese Einflüsse weiter zu schwächen und die engagierten und kreativen Ultra-/Fangruppierungen zu stärken.

Das Fanprojekt kümmert sich um die Anliegen aller Fans und möchte dabei ohne Besserwisserei und Kontrollabsichten ein verlässlicher Ansprechpartner sein. Im Fanhaus und in Einrichtungen kooperierender Institutionen werden Gesprächsmöglichkeiten, Treffs, Foren sowie Freizeit- und Bildungsangebote nach den Standards offener Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit und generationsübergreifender Sozialarbeit offeriert.

Streetwork Fanprojekt Halle / Saale

Steffen Kluge (Leitung), Uwe Striesenow

Büroadresse
Streetwork Fanprojekt Halle
Amt für Kinder, Jugend und Familie
Schopenhauerstraße 4
06114 Halle/Saale

Fanhaus
Kantstraße 5
06110 Halle/Saale

Tel 0163 3801163
Fax 0345 1229810

E-Mail fanprojekt-halle(at)gmx.de
Homepage
www.fanprojekt-halle.de

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